Staupe-Seuche der Waschbären im Wolfhager Land fing in Zierenberg an

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Im Nordkreis rund um Hofgeismar ging es los: Staupekranke Waschbären zogen über den Dörnberg nach Zierenberg. Inzwischen ist die Krankheit überall im Altkreis.

Wolfhager Land. Die Seuchenampel steht auf rot im Altkreis Wolfhagen: Inzwischen hat sich die Staupeinfektion der Waschbären überall ausgebreitet. Nachdem vor zwei Wochen bereits mehr als 30 infizierte Waschbären in Zierenberg gefunden wurden, ist die Epidemie weiter gewandert.

„Jetzt ist der gesamte Altkreis betroffen", erklärt Britta Hartmann-Barth, Vorsitzende des Kreisjagdvereins.

„Unsere Region ist, was die Erkrankungsfälle betrifft, der Hotspot in ganz Deutschland“, sagt Hartmann-Barth nach einem Blick auf die Deutschlandkarte, in der das Auftreten von aktuellen Staupeerkrankungen vermerkt ist. Lediglich im Nord-Osten gebe es weitere Häufungen. Hier vermehrten sich Waschbären, die aus Pelztierfarmen der DDR stammten.

In Nordhessen hatten sich die Waschbären explosionsartig ausgebreitet, nachdem zwei Paare 1934 am Edersee ausgesetzt worden waren. Diese stammten übrigens aus Ippinghausen, von einem Züchter, der auf seinem Anwesen am Ortsrand auch Rehe und andere Wildtiere hielt.

Kaum sozialer Stress 

„Ihre Population wird durch die Staupe deutlich zurückgehen“, sagt die Vorsitzende des Jagdvereins. Allerdings rechnen die Jäger damit, dass sich die Waschbären nach überstandener Krankheit schnell wieder erholen. Da die Überlebenden mehr Raum hätten und kaum unter sozialem Stress stünden, bekämen sie auch mehr Junge.

Veterinäramt und Jäger empfehlen dringend, Hunde mit einer Impfung vor Staupe zu schützen. „Im Moment würde ich im Altkreis nicht mit einem ungeimpften Hund spazierengehen“, so Britta Hartmann-Barth. Auf dem Feldweg, im hohen Gras und selbst im Stadtpark könne es derzeit zu einem Kontakt zwischen Hund und krankem Waschbär kommen.

Im Ort ist Polizei zuständig 

Nach Auskunft des Veterinäramtes müssen Waschbären, Füchse oder Marder mit verdächtigen Krankheitssymptomen in Wald und Gemarkung vom zuständigen Jäger tierschutzgerecht getötet werden. In der Ortslage ist die Polizei zuständig.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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