Hoch ansteckende Infektionskrankheit

Staupe-Virus bei Waschbären: Gefahr für Hunde in Wolfhagen

Hat Angst um ihre Hunde: Im Garten der Bründerserin Najet Matzek lief am Dienstag ein kranker Waschbär herum und versuchte vergeblich auf den Baum zu klettern. Die Polizei erlöste ihn. Foto: Ricken

Wolfhagen. Die Zahl der an Staupe erkrankten Waschbären hat im Raum Wolfhagen wieder zugenommen. Vor allem für Hunde sei die hoch ansteckende Infektionskrankheit gefährlich.

Am Dienstag musste die Polizei einen Waschbär in Bründersen von seinem Leid erlösen, gestern tauchte ein erkranktes Tier in Wenigenhasungen auf. Vermehrt gibt es auch Sichtungen rund um den Graner Berg. „Nachdem wir davon ausgegangen waren, dass der Seuchenzug Richtung Mittelhessen durchgezogen ist, gibt es nun eine neue Krankheitswelle bei Wolfhagen“, erklärt Britta Hartmann-Barth vom Wolfhager Jagdverein. Sie kann sich das erneute Aufflammen der Krankheit nur damit erklären, dass sich die Tiere bereits früher infiziert haben, aber überlebten.

Jetzt zum Ende des Winters reiche die Kraft nicht mehr aus und das Immunsystem sei heruntergefahren. Im Bereich Zierenberg, wo es im vergangenen Jahr viele Krankheitsfälle gab, sei es derzeit ruhig.

Das Veterinäramt des Landkreises erneuert angesichts der Krankheitsfälle die Warnung an Hundebesitzer, den Impfschutz ihres Vierbeiners zu kontrollieren.

Polizei anrufen 

„Wenn Bürger Wildtiere mit Verhaltensauffälligkeiten wie mangelnde Scheu, Schläfrigkeit, Bewegungsstörungen und Aggressivität bemerken, sollte sofort das Veterinäramt, die Polizei oder die Gemeinde informiert werden“, erklärt die Leiterin des Veterinäramtes Dr. Sabine Kneißl. Die Krankheitssymptome, die Waschbären und Füchse bei Staupe zeigten, könnten denen der Tollwut ähneln.

Waschbären, Füchse oder Marder mit verdächtigen Krankheitssymptomen müssen außerhalb geschlossener Ortschaften vom zuständigen Jäger getötet werden. In Ortslagen übernimmt die Polizei diese Aufgabe.

„Um auszuschließen, dass sie an Tollwut erkrankt sind, werden die toten Tiere zum Landesbetrieb Hessisches Landeslabor nach Kassel zur Untersuchung gebracht“, informiert Amtsleiterin Kneißl.

Bei der Bründerserin Najet Matzek lief am Dienstag ein offenbar kranker Waschbär im Garten in der Naumburger Straße herum. „Ich dachte erst, es wäre eine Katze“, erzählt sie. „Er bewegte sich nur langsam und hatte ganz verklebte Augen.“ Matzek rief die Polizei in Wolfhagen an, die das Tier schließlich erschoss.

Die beiden Hunde der Bründerserin sind zwar geimpft, sie geht aber diese Woche noch zum Tierarzt, um den Staupeschutz zu überprüfen. „Ich habe jetzt Angst, weil die Hunde jeden Tag im Garten unterwegs sind."

Bei der Staupe handelt es sich um eine durch ein Virus hervorgerufene , hoch ansteckende Infektionskrankheit bei Hunden und anderen Fleischfressern wie Fuchs, Wolf, Frettchen, Nerz, Wiesel, Waschbär und Seehund. Hauskatzen lassen sich zwar mit dem Virus infizieren, zeigen jedoch keine Symptome. Für Menschen ist die Staupe ungefährlich.

Das Virus ist eng verwandt mit dem Masernvirus beim Menschen. Es wird durch Speichel, Nasen-, Augensekret, Kot und Urin infizierter Tiere übertragen. Beim Hund verläuft eine Staupeerkrankung häufig sehr schwerwiegend, oft tödlich und mit bleibenden Schäden für das Tier.

Quelle: HNA

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