Waschbären und Füchse betroffen

Staupeinfektion breitet sich im Landkreis aus

Schwalm-Eder. In den vergangenen Monaten trat im Schwalm-Eder-Kreis vermehrt die Staupeinfektion auf. Dies bestätigte Kreisjagdberater Werner Wittich. Besonders Waschbären, aber auch Füchse erkranken. Eine Gefahr besteht nicht nur für Wildtiere, sondern auch Haustiere können sich anstecken.

Laut Kreisjagdberater tritt die Staupe als Folge einer Überpopulation auf. Vernünftige Bejagung kann seiner Ansicht nach helfen, das Problem einzudämmen.

Die Staupe zählt nicht zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen, genaue Zahlen über die Verbreitung gibt es deshalb nicht. Untersuchungen zeigten jedoch, dass die Zahl der Staupeerkrankungen in Hessen steige. Im Sommer trat die Krankheit vermehrt im Landkreis auf, sagte Arno Staub von der Unteren Jagdbehörde. Er habe Hinweise und Fotos bekommen. Seit September vergangenen Jahres untersuchte das Hessische Landeslabor in Kassel zwei Füchse und einen Marder mit Staupeverdacht aus dem Schwalm-Eder-Kreis, alle wurden negativ getestet.

Hunde können sich mit dem Virus infizieren. „Die Tiere sterben elendig“, weiß der Kreisjagdberater. Er sowie Amtstierarzt Dr. Dirk Kusan raten, Hunde unbedingt gegen Staupe zu impfen, um sie so vor der Krankheit zu schützen. Außerdem empfiehlt der Jäger, die Tiere in Wald und Flur an der Laufleine zu führen.

Eine Ansteckungsgefahr geht nach der Aussage von Dr. Kusan besonders von infizierten Waschbären aus. Die Staupe wird durch den direkten Kontakt der Tiere übertragen. „Trifft ein Hund auf einen Fuchs, flüchtet der Fuchs, der Waschbär jedoch nicht“, sagt der Amtstierarzt. Auch kommen Waschbären nah an Städte und Dörfer heran auf ihrer Suche nach Nahrung - das Risiko für Haustiere, sich zu infizieren, steigt somit an.

Hintergrund: Staupe-Virus

Die Staupe ist eine hoch ansteckende Viruskrankheit, sie wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Sie tritt bei Fleischfressern wie Fuchs, Wolf, Waschbär und auch beim Seehund auf. Das Virus ist dem Masernvirus verwandt. Für Menschen ist Staupe ungefährlich.

Auch Katzen können sich anstecken, sie zeigen keine Symptome. Hunde können daran erkranken. Staupe verläuft schwerwiegend - besonders Welpen und ältere Tiere überleben die Infektion häufig nicht. Infizierte Tiere bekommen Fieber und wirken apathisch. Erbrechen und Durchfall sind typisch. Im Krankheitsverlauf wird das Nervensystem betroffen. Schutz bietet eine Impfung.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Kommentare