Staus und Wartezeiten: Dauerbaustelle am Bahnübergang in Zierenberg nervt

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Hier sind starke Nerven gefragt: Schon zu Beginn der Bauarbeiten Ende April staute sich der Verkehr bis weit in die Mittelstraße hinein, Wartezeiten von bis zu 15 Minuten waren keine Seltenheit

Zierenberg. Endlosstau und Wartezeiten von bis zu 15 Minuten. Wer derzeit mit seinem Fahrzeug den Bahnübergang in Zierenberg überqueren will, muss starke Nerven beweisen.

Dort nämlich werden seit Ende April von der Deutschen Bahn (DB) im Rahmen der Sanierung der Bahnstrecke Vellmar-Korbach die technischen Sicherheitseinrichtungen erneuert.

Nicht nur die alten Bahnschranken wurden bereits abgebaut, sondern zudem Teile der Gehwege an der Ehlener Straße und An der Bahn verlegt. Auch mehr als zwei Monate nach Baubeginn müssen sich die Zierenberger noch in Geduld üben, obwohl die Arbeiten eigentlich am 28. Mai beendet sein sollten. So sagt es zumindest ein riesiges Transparent, das die Deutsche Bahn - wohl um die Gemüter der Zierenberger zu beruhigen -an der Mittelstraße aufgehängt hat.

Das ist allerdings gehörig in die Hose gegangen, wie Anwohner Steffen Windisch findet: „Wir Zierenberger sind sehr sauer und wollen, dass das Plakat verschwindet oder zumindest um einen Hinweis auf das tatsächliche Ende der Bauarbeiten ergänzt wird.“ Windisch, der sich mit seinem Frust an unsere Redaktion gewandt hat, kann kein Verständnis mehr für die Verzögerungen der Arbeiten aufbringen, insbesondere nach einer rund zweiwöchigen

Unterbrechung nicht, für die er gern eine Erklärung hätte.

Problematische Rolle

Die kann aber auch Bürgermeister Stefan Denn nicht geben, dem nach eigenen Angaben in dieser Sache die Hände gebunden sind. „Zu den Gründen der Unterbrechung kann ich nichts sagen, allerdings war in dieser Zeit die Ampel abgeschaltet, und es bildeten sich auch keine Staus.“ Die DB habe offenbar einen neuen Zeitplan entwickelt, diesen aber nicht ausreichend kommuniziert. Die Stadt sei hier in einer problematischen Rolle, da sie nicht selbst baue und somit auf die Infos der Bahn angewiesen sei. Den Ärger Windischs hinsichtlich des Plakates aber scheint er durchaus nachvollziehen zu können. „Wir haben auf das völlig überflüssige Transparent hingewiesen, man hätte es längst entfernen können“, so der Rathauschef.

Echte Herausforderung

Dass neben den Autofahrern auch Fußgänger die Leidtragenden der Endlosbaustelle sind, hat Windischs Ehefrau Dina am eigenen Leib zu spüren bekommen: „Von der Dörnbergstraße, wo wir wohnen, zu Fuß zu meiner Arbeitsstelle ins Rosenthal zu kommen, war zeitweise eine echte Herausforderung.“ Statt üblicherweise sieben Minuten habe sie manche Male bis zu 35 Minuten gebraucht. „Eine echte Zumutung“, sagt Windisch, die nun wie viele andere Zierenberger hofft, dass die Arbeiten bald abgeschlossen sind. Zumindest diesbezüglich kann Bürgermeister Denn Hoffnung machen: „Nach meinen Informationen ist die Baumaßnahme in längstens zehn Tagen beendet.“

Die Bahn äußerte sich bislang gegenüber unserer Zeitung nicht zur Situation in Zierenberg.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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