Von Haustür zu Haustür

Dr. Stefan Markus Giebel: Bürgermeisterkandidat der SPD besucht die Dörfer

Homberg. Die Homberger wählen am Sonntag, 25. Mai, einen neuen Bürgermeister für die Kreisstadt. Fünf Kandidaten stehen zur Wahl. Derzeit absolvieren sie viele Termine, um für sich zu werben. Wir haben die Kandidaten gebeten, sie bei einem Termin ihrer Wahl begleiten zu dürfen.

Lützelwig. Er geht von Haustür zu Haustür, um für sich zu werben. Dr. Stefan Markus Giebel ist der Bürgermeisterkandidat der SPD, und er hat es sich zur Aufgabe gemacht, jeden Haushalt in Homberg und den 20 Stadtteilen zu besuchen. „Das geht ganz schön in die Beine“, sagt er und lacht, während er durch Lützelwig geht. Seit Oktober ist er dabei, die Menschen spontan zu besuchen. Kaum eine Tür bleibt verschlossen. In Lützelwig war Giebel vergangene Woche unterwegs.

„Es ist wichtig, dass für die Orte etwas gemacht wird“, sagt Giebel nach einer kurzen Vorstellung. Und schon ist er mittendrin im Wahlkampf. Er spricht von Mobilität, Ausbildungsplätzen und Ärzten. Alles Dinge, die die Menschen in den Dörfern vermissen. Giebel trifft die wunden Punkte und kommt so ins Gespräch mit den Menschen.

Wahl in den Dörfern 

Homberg habe 14.700 Einwohner. „50 Prozent von ihnen leben in den Stadtteilen, die Wahl wird dort entschieden“, sagt er. Wenn Menschen wie Klaus Dieter Kandora in Lützelwig über den amtierenden Bürgermeister nörgeln, dann beschwichtigt Giebel. „Wir müssen die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen“, sagt er.

Er wolle über die Zukunft reden und die sei für ihn mit einer besseren Anbindung der Dörfer verbunden. „Nach der Wahl werde ich eine Bürgerversammlung machen“, sagt er zu Kandora und Nils Schröder. Dann sollen Themen auf den Tisch kommen, die die Menschen bewegen. Die Dörfer sollen attraktiver werden. „Jeder, der wegzieht, ist ein finanzieller Verlust für alle“, sagt Giebel. Denn jeder Einwohner weniger bedeute für die Stadt mehr Schulden.

Die beiden Männer sagen, dass Giebel der erste Kandidat sei, der sich bei ihnen vorgestellt habe und dass er ihre Stimme sicher habe. Darüber freut sich der SPD-Mann, bedankt sich und geht zum nächsten Haus. Diesmal öffnet niemand. Wahlflyer und Visitenkarte landen im Briefkasten - der Kandidat war da.

Einfach mal anrufen 

An der nächsten Tür öffnet Herwig Kubitschek. Er hört Giebel zu und sagt dann, dass ihn der Lkw-Verkehr in der Straße störe. Er habe Angst um sein Enkelkind. „Das wäre eine Kleinigkeit für einen Bürgermeister, so ein Schild aufzustellen. Das kriegen wir hin“, sagt Giebel.

Die Straße sei ohnehin nicht für Laster ausgelegt. Nach der Wahl solle der Großvater einfach Giebel anrufen. „Ich will engen Kontakt zu den Menschen halten.“

Die Worte wiederholen sich. „Falls was ist, melden Sie sich bei mir - auch nach der Wahl“, sagt er zu Elke Breiter und gibt ihr eine Visitenkarte mit seiner Handynummer drauf. Gerade noch hatte sie ihm von der schlechten Busanbindung für ihre Pflegekinder erzählt. „Es geht nicht darum, die Infrastruktur in den Dörfern zu schaffen. Die Leute müssen aber wissen, wie sie dorthin kommen, wo sie hin wollen“, sagt Giebel.

Die Frau nickt ihm zu. Derzeit fühlten sich die Menschen in den Dörfern abgeschnitten. „Dabei haben sie alle ihre Stärken. Warum spielt denn die Puppenbühne Wernswig nicht auch mal in Homberg?“, fragt Giebel - lässt die Antwort offen. Die nächste Anwohnerin beschwert sich über zu wenig Stellplätze in einer Anliegerstraße. Giebel sagt, dass das kein Problem sei. Die Frau solle ihn nach der Wahl anrufen, „Das kriegen wir hin.“

„Keine Zeit zu verlieren“ 

Es ist warm an diesem Tag. Während seine Gesprächspartner in kurzer Hose und T-Shirt vor ihm stehen, geht Dr. Stefan Markus Giebel im Anzug durch Lützelwig. Das Jackett lässt er an: „Ich bewerbe mich um ein Amt und möchte entsprechend gekleidet auftreten.“

Dann klingelt er an der nächsten Tür. „Ich habe keine Zeit zu verlieren“, sagt er und klingelt noch mal.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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