Polizei warnt vor manipulierten Geldautomaten – Kunden müssen nicht haften

Sie stehlen Daten und Geld

Genau hinschauen: Kriminelle spionieren Kartendaten mithilfe manipulierter Geldautomaten aus und heben dann Geld von den Konten ihrer Opfer ab. Archivbild: dpa/ Repro: HNA

Wolfhager Land. In einem neuen Faltblatt warnt die Polizei vor dem Ausspionieren von EC- und Kreditkartendaten an manipulierten Geldautomaten, dem so genannten Skimming.

Mithilfe manipulierter Karteneingabeschächte an Geldautomaten oder Türöffnern vor den Banken und versteckten Minikameras lesen Kriminelle Kartendaten aus und erspähen PIN-Nummern, so die Polizei. Später räumen sie dann an Geldautomaten im Ausland die Konten ihrer Opfer leer. Dies teilte das hessische Landeskriminalamt mit.

„Das tückische an Skimming ist, dass der berechtigte Karteninhaber zunächst nichts von diesem Angriff bemerkt“, sagte Prof. Dr. Wolf Hamann, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Geldautomaten und andere Zahlungsgeräte funktionierten dabei störungsfrei.

Maßnahmen der Banken

Bei der Kasseler Sparkasse habe es zuletzt im Jahr 2006 zwei Skimming-Versuche gegeben. Die seien aber sofort bemerkt worden und daher sei kein Schaden entstanden, teilte Pressesprecher Michael Krath mit. „An den Türen zu unseren Selbstbedienungszonen haben wir keine Kartenleser mehr, sondern nur noch Taster. Außerdem haben unsere Automaten einen Vorbauschutz, sodass man keinen externen Kartenleser anbringen kann.“ Die Tastaturen seien mit einem Sichtschutz ausgestattet und über Spiegel könnten die Kunden bei der Automatennutzung hinter sich blicken. „Unsere Automaten lesen die Daten nur aus dem Chip auf der Karte und nicht aus dem Magnetstreifen. Der Chip ist fälschungssicher und die Automaten erkennen manipulierte oder nachgemachte Karten.“

Sofort sperren lassen

„Bei uns gab es noch nie einen Skimming-Versuch“, teilte Markus Lage von der Raiffeisenbank Wolfhagen mit. Wir haben Vorsatzgeräte an unseren Automaten, die das Auslesen des Magnetstreifens verhindern.“

Wer als Kunde der Raiffeisenbank merke, dass er Opfer von Skimming geworden ist, solle sofort seine Karten unter der bundesweiten Hotline 116 116 sperren lassen und Anzeige bei der Polizei erstatten. Nach Vorlage der Anzeige bei der Bank würde der Betrag erstattet.

Auch Sparkassenkunden müssen nicht selbst für Schäden haften, die durch Manipulationen an Geldautomaten entstehen, solange sie sorgfältig mit ihren Karten und den dazugehörenden PIN-Nummern umgehen.

Es sei eindeutig nachvollziehbar, ob eine unrechtmäßige Abbuchung auf Automatenmanipulation zurückzuführen sei, teilte Michael Krath weiter mit. Außerdem sei es ratsam, seine Kontoauszüge regelmäßig zu prüfen und auffällige Buchungen sofort mit dem Kundenberater zu besprechen. KOMMENTAR

Von Patrick Kessler

Quelle: HNA

Kommentare