Obleute für historische Grenzsteine in Hessen tagen erstmals in Gudensberg

Was die Steine erzählen

Jürgen Preuß

Gudensberg. Sie waren für Hunderte von Jahren wichtige Markierungen, die den Menschen im Chattengau genau zeigten, wer wo den Wald nutzen konnte: Die Grenzsteine, von denen heute noch etliche in der Region zu finden sind.

Mit diesen Steinen beschäftigt sich die Tagung der hessischen Obleute für historische Grenzsteine, die am Samstag, 24. Mai, erstmals in Gudensberg stattfindet. Eingeladen sind etwa 75 Fachleute aus ganz Hessen.

Veranstalter ist Bernhard Heckmann vom Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (HLBG), der die Arbeiten zur Erfassung und zum Nachweis historischer Grenzsteine in Hessen seit 1998 koordiniert. Nach Gudensberg geholt hat das Treffen der Gudensberger Obmann für die Steine, Jürgen Preuß.

Über 400 Grenzsteine

Denn rund um Gudensberg gibt es besonders viele der historischen Grenzsteine. Vor über 300 Jahren waren vor den Gudensberger Toren und denen der nördlichen Nachbarn über 400 Grenzsteine gesetzt worden ist, mit denen die Gemarkungsgrenzen und damit auch die Rechte an der Nutzung der Langenberger Waldungen markiert wurden.

Davon hat Jürgen Preuß in den vergangenen drei Jahren 280 Steine erfasst, dokumentiert und deren Geschichte mit großem Aufwand erforscht.

Die 236-seitige Dokumentation ist eine formalisierte Datensammlung über alle erfassten historischen Grenzsteine einschließlich ihrer Standorte im Langenberg, die nur zur amtlichen Inventarisierung der Kleindenkmäler dient und deshalb nur amtlichen Stellen zur Verfügung gestellt wird. Die daraus entstandene Dokumentation wird Preuß während der Tagung dem Landesamt für Bodenmanagement und den betroffenen Kommunen Gudensberg, Niedenstein und Edermünde übergeben und die Teilnehmer in einem Kurzreferat über den Sachstand der laufenden Grenzstein-Projekte „Lapidarium im Chattengau“ auf dem Alten Friedhof in Gudensberg, „Grenzsteine am Wanderweg“ und die heimatgeschichtliche Dokumentation „Historische Grenzsteine im Langenberg“ informieren.

Darüber hinaus möchte Jürgen Preuß den aus ganz Hessen eingeladenen Teilnehmern bei einer Stadtführung vermitteln, dass die kleine nordhessische Stadt im Chattengau vieles zu bieten hat und sich ein wiederholter Besuch durchaus lohnt.

Hauptreferat

Als Hauptreferent wird der Grenzsteinforscher Konrad Waldeyer aus Warburg erwartet, der einen Vortrag über „Landesgrenzsteine zwischen Waldeck / Kurköln und Hessen / NRW“ halten wird. (red)

• Die Tagung findet von 9.30 bis 13 Uhr im Bürgertreff „Der Sprung“ in der Untergasse statt, die Stadtführung wird gegen 13.45 Uhr beginnen.

Quelle: HNA

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