Lohnunternehmer wird bei Arbeit behindert – Ortsvorsteher setzt Belohnung aus

Steine in den Weg gelegt

Ein steiniger Weg: Immer wieder werden auf die Böschung im Heinrich-Ruppel-Weg in Wernswig große Steine gelegt. Die machen Martin Liebermann (links) die Arbeit schwer. Das ärgert nicht nur ihn, sondern auch Ortsvorsteher Friedhelm Lotz und Stadtrat Karl Weiß. Foto: Yüce

Wernswig. Wieder ist für Martin Liebermann die Arbeit mit einem Schlag beendet. Ein großer, vom Gras verdeckter Stein hat das Mähwerkzeug seiner Landmaschine zerstört. 3000 bis 5000 Euro wird der Schaden diesmal hoch sein, vermutet er. Diesmal, weil es ist nicht das erste Mal ist, dass ihm das im Heinrich-Ruppel-Weg in Wernswig passiert. Jedes Jahr liegen aufs Neue große Steine an dem Wegesrand. Allein 36 Steine hat er in diesem Jahr bereits entfernt.

Liebermann wurde von der Stadt Homberg beauftragt, die Böschung entlang des Heinrich-Ruppel-Weges zu mähen. Er, Ortsvorsteher Friedhelm Lotz und Stadtrat Karl Weiß sind davon überzeugt, dass jemand die Steine dort bewusst platziert.

Eisenstangen in Stümpfen

Mehr als das: „In Baumstümpfe wurden Eisenstangen geschlagen und drumherum Steine verteilt“, sagt Karl Weiß. Er vermutet, damit die neuen Triebe nicht abgemäht werden können. Zudem werden immer wieder auch Bäume auf dem städtischen Gelände gepflanzt. „Meist sind es Weiden“, sagt Liebermann.

Doch sollen an dem Weg nicht mehr Bäume stehen, als derzeit dort sind, weiß Weiß. „Lieferverkehr für das Waldhof-Restaurant muss durchkommen und auch ein Landwirt“, erklärt er. Die Wiese müsse niedrig gehalten werden, um Spaziergänger – dazu zählen häufig auch Kinder – zu schützen. „Ist das Gras hoch, werden sie von Autofahrern zu spät gesehen“, sagt Friedhelm Lotz.

Außerdem könne man doch auch nicht einfach in den Garten eines anderen gehen und dort Bäume pflanzen oder große Steine auslegen, ergänzt Liebermann. Er haben keine Chance die Steinbrocken von seinem Fahrzeug aus zu sehen. „Für den Schaden muss ich aufkommen. Wenn das so weitergeht, lohnt sich dieser Auftrag für mich nicht mehr.“ Und auch für keinen anderen. Zu hoch seien die Reparaturkosten.

Deshalb setzen die drei Männer nun auf die Hilfe aus der Bevölkerung und setzen sogar eine Belohnung von 300 Euro aus.

„Wer beobachtet hat, wer die Bäume gepflanzt, die Stangen in die Stümpfe geschlagen und die Steine ausgelegt hat, soll sich bitte bei uns melden“, sagt Weiß. Dann habe man eine Chance, dagegen vorzugehen: „Das muss ein Ende haben – auch aus Sicherheitsgründen.“

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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