Neues Naherholungsgebiet und seniorengerechte Wohnungen: Frank Börner über 2011

Steinzeit im Chattengau

Neue Ansichten: Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner zwischen zwei Bildern in seinem neuen Büro. Der 50-Jährige ist seit zehn Monaten im Amt. Für das neue Jahr hat er sich viel vorgenommen. Foto: Dewert

Gudensberg. Frank Börner möchte nicht als Freilichtbühnen-Bürgermeister in die Gudensberger Annalen eingehen. Wird er wohl auch nicht, zu viel hat er in den ersten Monaten seiner Amtszeit bewegt. Mit der Märchenbühne ist ihm dabei sogar ein Überraschungscoup gelungen. Für das kommende Jahr hat der 50-jährige Gleichener zwei Projekte in der Schublade.

Am neuen Wohngebiet „Am Stadtweg“, der Steinzeitsiedlung, soll ein Naherholungsgebiet entstehen. Dabei will die Stadt voll auf die Steinzeit setzen. Attraktionen aus Spritzbeton seien geplant, Kletterfelsen und der Bach sowie das Wäldchen sollen genutzt werden. „Zu viel wollen wir noch nicht verraten, aber was wir vorhaben, wird die Stadt insgesamt attraktiver machen.“ Ein weiteres größeres Vorhaben, das die Stadt im kommenden Jahr beschäftigen wird, ist die Umnutzung der alten Bäckerei Brede in der Innenstadt. Im Gespräch seien altengerechte Wohnungen, sagt Börner. Gewerbe- und Gastronomiebetriebe könnten dort ebenfalls entstehen.

„Die Gebührenerhöhungen sind sicher eine Belastung für die Einwohner.“

Frank Börner

Zehn Monate ist Frank Börner jetzt im Amt. Sein persönliches Fazit fällt positiv aus. „Ich habe mich nicht verbiegen lassen.“ Er fühle sich keinem politischen Lager im Landkreis zugehörig. „Ich bleibe meiner Linie treu und werde immer in der Sache entscheiden.“ Ehrlichkeit und Gradlinigkeit seien ihm wichtig. Für seine Familie seien die ersten Monate aber eine große Belastung gewesen. „Ich muss lernen, besser mit meinen Kräften hauszuhalten. Eine Amtszeit dauert sechs Jahre und nicht nur eins.“

Apropos Haushalten: „Wir haben unpopuläre Entscheidungen getroffen. Die Gebührenerhöhungen sind sicher eine Belastung für die Einwohner. Aber es ist zum Wohl der Stadt und somit zum Wohle aller.“ Man hätte auch einen anderen Weg gehen können. Börner: „Wir hätten das Defizit auch aus der Rücklage ausgleichen oder einen Kredit aufnehmen können. Das wäre aber gegen meine Überzeugung gewesen.“

Kritik musste Börner aber nicht wegen der Gebührenerhöhungen einstecken. Anders beim Naturbad und der Freilichtbühne. Bei beiden hieß es: zu teuer und zu hohe Folgekosten. „Zu einer Stadt wie Gudensberg gehört ein Schwimmbad. Das Naturbad war sicher nicht günstig (3 Mio. Euro, d. Red.), aber gerade bei den Folgekosten sparen wir viel Geld.“ Über die Bühne könne man zwar streiten, aber sie erfülle wichtige Aufgaben: • sie sei ein Treffpunkt für die Menschen, • sie mache Gudensberg bekannter, • sie belebe die Innenstadt und • sie werte die angeschlossene Gastronomie auf.

Börner sagt über sich selbst, er sei bürgernah. Damit meint er, nah dran zu sein an den Menschen in Gudensberg und den Stadtteilen. Was diese über ihren neuen Bürgermeister denken, erfahren Sie in einer nicht repräsentativen Umfrage. WEITERER ARTIKEL

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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