Projekt mit Verein setzt auf Sportanleiter

16.000 Erkrankte im Landkreis – MT stellt sich Kampf gegen Alzheimer

Schwalmstadt/Melsungen - Schon heute sind 16.000 Frauen und Männer im Landkreis an einer Alzheimerdemenz erkrankt, in 20 Jahren werden es doppelt so viel sein. Das sagt Dr. Jens Zemke. Zum Welt-Alzheimertag am Sonntag weist der Chefarzt der Geriatrie an der Asklepiosklinik (Schwalmstadt) auf ein neues umfassende Präventions- und Therapieprogramm „Bewegung gegen das Vergessen" hin.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Ausbildung von Übungsleitern. Zemke ist hochzufrieden mit der Kooperation, die die Alzheimergesellschaft dazu mit der MT (Melsunger Turngemeinde) geschlossen hat. Dieser große Verein verfüge bereits über die nötigen professionellen Strukturen, der gesamte Vorstand sei sofort Feuer und Flamme für die Entwicklung des neuen Programms gewesen.

Zunächst wird ein halbes Dutzend MT-Übungsleiter medizinisch und sportlich speziell geschult. Sie sollen ihr Wissen dann als Multiplikatoren an künftige Sportanleiter weitergeben. Auf Sicht sollen so alle Menschen ab etwa 60 im Landkreis erreicht werden.

Auch auf gesteigerte Lebensfreude und neue Kontakte zielt das Programm ab, „es trägt dazu bei, dass Personen im höheren Erwachsenenalter länger körperlich und geistig aktiv und unabhängig leben können“.

Gerade weil Vorbeugung mit Medikamenten noch nicht möglich ist, Bewegung aber nachweislich nützt, ist Zemke optimistisch: „Bewegung älterer Menschen kann die Häufigkeit von geistigen Leistungseinschränkungen um bis zu 50 Prozent reduzieren“.

Auf eine einfache Formel gebracht bedeute das, dass ein aktiver Lebensstil gefördert werden muss. Das ist nicht nur gut für die Betroffenen, „es ergibt sich auch ein erhebliches Potenzial zu Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem“.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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