Thomas Hesse ist neuer Chef des Finanzamtes Schwalm-Eder in Fritzlar

Steppenwolf und Zeppelin

Lächelnd: Thomas Hesse ist neuer Finanzamtschef im Schwalm-Eder-Kreis. Der 49-jährige Jurist folgte auf Armin Naumann. Auf dem Foto ist im Hintergrund die Minoriten-Kirche in Fritzlar zu sehen- Foto: Dewert

Schwalm-Eder. Triste graue Fassade, Bauhaus-Minimalismus und ein typisch verglaster Eingang: Im Finanzamt des Schwalm-Eder-Kreises residiert Thomas Hesse. Er ist dort der neue Chef oder Vorsteher, wie es im internen Sprachgebrauch auch heißt.

Der Mensch Thomas Hesse ist nicht grau, er ist Wolfgang Niedecken (BAP) und Hard-Rock-Fan. Und: Im Jahr des 50. Todestages des Schriftstellers Hermann Hesse feiert er seinen 50. Geburtstag. „Meinem Namensvetter fühle ich mich auch jetzt noch verbunden“, sagt er. Während seiner Schulzeit am Kasseler Wilhelmsgymnasium war er ihm ein Begleiter.

Ruhe im Wald

Hesse folgt auf Armin Naumann, der nach Marburg berufen wurde. Er führt seit Juli das Amt in Fritzlar mit Außenstellen in Melsungen und Schwalmstadt mit zusammen 215 Mitarbeitern.

Für den Jurist und ehemaligen Leiter des Organisationsreferats bei der Oberfinanzdirektion ist der neue Posten „eher ein Rückschritt“. Jedenfalls regional betrachtet. Aber einer, der mehr Lebensqualität bietet und ihn in seine nordhessische Heimat zurückgebracht hat. „Hier fühle ich mich wirklich wohl und Kassel ist eine tolle Stadt zum Leben.“ In Fritzlar ist er zwar auf eigenen Wunsch, aber das Abenteuer werde wohl nicht dort enden: „Ich bin zu agil, es warten noch Herausforderungen auf mich.“

Für Hesse steht der Mensch im Mittelpunkt der Betrachtung – wie für seinen Namensvetter.

In Fritzlar hat er sechs neue Stellen geschaffen und möchte die Mitarbeiter motivieren, ihm zu zeigen, was sie können. Führung sei im positiven Sinn wichtig, aber er gebe nur den Korridor vor, über die Grenzen könne man reden. „Meinung ist mir wichtig.“ Chef bedeute, am Ende der zu sein, der sagt: da lang.

Kontemplation findet Hesse im Wald: „Jagen bedeutet für mich aber nicht, bis an die Zähne bewaffnet loszuziehen.“ Mit Hubert, seinem 40 Kilogramm schweren Deutsch Drahthaar sitze er auch mal nur unter einem Baum und genieße die Natur. Erlegt habe er nicht viel und derzeit sucht er ohnehin noch ein neues Revier.

Beruflich hat er es vorerst im Landkreis gefunden und einiges auf der Agenda. „Wir wollen den Bürgerservice ausbauen, den Armin Naumann klasse auf den Weg gebracht hat.“ Die Außenwirkung sei verbesserungswürdig, aber das gelte wohl für alle Finanzämter, sagt er und schmunzelt. Überhaupt lächelt Hesse viel. Am Standort in Melsungen gebe es beispielsweise eher etwas Amüsantes zu erledigen. Der Haupteingang erstrahle in einem sonderbaren Türkis. „Sogar die Stadtführer thematisieren das schon“, sagt.

In Schwalmstadt soll eine Zentrale für Immobilienaufgaben entstehen. Aber auch dort hindert ihn ein Kuriosum: Die Akten seien zu schwer für das Gebäude, die Statiker verhinderten derzeit noch, dass die neue Abteilung entsteht. Aber er habe super Mitarbeiter und Schwierigkeiten seien dazu da, sie zu lösen.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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