Katholische und auch evangelische Kinder brachten den Segen als Heilige Drei Könige

Den Stern in Häuser tragen

Kinderhand: Luisa Wolf schrieb im Treysaer Rathaus den Segen mit Kreide auf den Balken.

Treysa. „Segen bringen, Segen sein“ – auch Kinder und Jugendliche aus der Schwalm machen sich in diesen Tagen auf den Weg, um den Menschen den Stern in die Häuser zu tragen und zugleich den Segen für das neue Jahr zu bringen. Am Dienstag waren zehn junge Leute in Treysa und Gilserberg unterwegs, tags davor zogen 28 Sternsinger von Familie zu Familie und durch Einrichtungen in Frielendorf, Neukirchen, Oberaula, Ziegenhain und Schrecksbach.

Claudia Knieling koordiniert in der Heilig-Geist-Gemeinde die Aktion seit vielen Jahren. Mittlerweile hat sie sich zu einem ökumenischen Projekt entwickelt.

In diesem Jahr verkleideten sich sechs katholische und vier evangelische Kinder als Könige. „Die Aktion spricht sich herum, so dass sich auch evangelische Familien die Sternsinger ins Haus bestellen – das macht etwa ein Drittel der Gesamtbesuche aus“, erläutert Pfarrer Michael Brüne.

Die modernen Heilige Drei Könige seien heute komfortabler unterwegs. Nämlich mit dem Auto. Das sei nicht anders zu regeln: Denn bisweilen seien die Gemeindeglieder weit verstreut, insbesondere im Hochland kämen viele Kilometer zusammen. Zu Fuß lasse sich das nicht bewältigen.

Günter Neul, Claudia Knieling und Beate Lippert begleiteten die Gruppen, die nicht nur den Stern, sondern auch den Segen „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus) im Gepäck hatten.

Knapp 100 Besuche standen auf der Liste. Darunter nicht nur private Haushalte, sondern auch Rathäuser, evangelische Pfarrer, Banken und Seniorenheime. In Treysa wird die Aktion seit Mitte der 1980er-Jahre organisiert.

Mehr als froh waren die Sternsinger, dass sie in diesem Jahr von Eis, Schnee und Regen verschont blieben. „Dann kann so eine Tour schon sehr anstrengend werden“, weiß Knieling.

Mehrere Male vorher haben sich die Gruppen zum Probelauf getroffen, Kostüme ausgesucht, die Rollen verteilt, die Texte für die Besuche gelernt. Denn die Aufgaben sind unter Königen klar verteilt: Einer trägt den Stern, einer das Schwenkfass, einer das Schiffchen mit der Kohle und einer die Spendendose. Nicht fehlen dürfen ein Staubtuch, Kreide und Streichhölzer. Mittlerweile gebe es aber auch auf Aufkleber für die Türrahmen, erklärten Elisabeth Fischer, Anne-Sophie Ochs und Magda Sjaczewski beim Tourstart.

Bis in den Abend dauerte der Besuchs-Marathon. Mittag gegessen wurde in Familien: Dazu sind die Sternsinger in jedem Jahr eingeladen. In zwei Wochen, am 17. Januar, kommen alle Sternsinger aus Schwalm und Knüll noch einmal in Treysa zusammen. Dann verraten die Pfarrer des Pastoralverbundes „Maria Hilf“, wie viel Geld für Kinder auf den Philippinen gesammelt wurde.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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