Borkens Parkhotel behält seine Klassifizierung – Betrieb seit Jahren umstritten

Die Sterne bleiben da

Freude über die Sterne: hinten von links Bürgermeister Bernd Heßler, Landrat Frank-Martin Neupärtl, Rainer Geisel (Kurhessisches Bergland), davor von links Koch Andreas Köhnert, Tagungsleiterin Heike Gebhardt, Restaurantleiterin Bianca Polte und Hotelchefin Eike Lehmann. Foto: Dellit

Borken. Borkens umstrittenste Immobilie trägt weiter dreieinhalb Sterne. Das Parkhotel, früher Hotel am Stadtpark, darf das Gütesiegel weitere drei Jahre für sich beanspruchen.

Für die Sterne müssen festgelegte Kriterien erfüllt werden, für die es Punkte gibt. Das Borkener Hotel hat die Punktzahl erreicht, die für vier Sterne gereicht hätten, allerdings fehle zum Beispiel eine Minibar im Zimmer, erläuterte Rainer Geisel (Kurhessisches Bergland). Daher die drei Sterne Superior oder dreieinhalb Sterne.

Wechselhafte Geschichte

Bürgermeister Bernd Heßler ging auf die wechselhafte Geschichte des Hotels ein. Bereits beim Bau 1962 habe das Bürgerhaus einen Hoteltrakt gehabt, der 16 Betten hatte. Ziel des neuen Hotels sei gewesen, dass mindestens die Passagiere eines Reisebusses hinein passten. Laut Hotelleiterin Eike Lehmann gehören zum Parkhotel 42 Zimmer, darunter 21 Doppelzimmer.

Die 29-Jährige, deren Vater Joachim Lehmann seit einigen Jahren Eigentümer des Hotels ist, leitet den Betrieb seit vergangenem Jahr.

Politisch hatte es immer wieder Streit um das Hotel gegeben, das einst von der Stadt gebaut und betrieben wurde. Die Opposition warf der Mehrheitsfraktion vor, eine Stadt dürfe nicht selbst als Hotelier auftreten, zudem sei das Hotel zu teuer. Auch über den Verkauf gab es Konflikte.

Die neue Chefin ist mit dem Geschäft zufrieden: „Es lohnt sich, sonst würden wir es ja nicht machen.“ Einige Neuerungen hat sie eingeführt, wie das Frühstück für Gäste, die nicht im Hotel wohnen. Zudem sollen Veranstaltungen angeboten werden, wie eine Übertragung der deutschen EM-Spiele auf Großleinwand.

Im Restaurant setzt Lehmann auf klassisch-gutbürgerliche Küche, ergänzt durch frische und leichte Küche, die auch im Tagungsbereich gut ankommen soll. Landrat Frank-Martin Neupärtl lobte das Hotel als „Vorzeigehaus“. Er und Rainer Geisel forderten die Hotels im Landkreis auf, die das bisher nicht tun, sich klassifzieren zu lassen.

Die Sterne, die bundesweit einheitlich verliehen werden, seien ein guter Werbeeffekt. Die Klassifizierung kostet Mitglieder des Gaststättenverbandes Dehoga 300 Euro, Nichtmitglieder 600 Euro.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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