Bund der Steuerzahler nahm Kommunen unter die Lupe

Steuerlast im Landkreis Kassel am größten

Landkreis Kassel. Im nordhessischen Vergleich müssen die Bürger im Landkreis Kassel durchschnittlich die meisten Steuern zahlen. Das hat der Bund der Steuerzahler Hessen (BdSt) nach der Aufbereitung der aktuellen Steuerpolitik der Städte und Gemeinden im Regierungsbezirk Kassel bekannt gegeben.

„Wir haben alle Steuersätze und die Bagatellsteuern verglichen, so dass jeder auf einen Blick erkennen kann, wie sich die Belastung der Bürger und Betriebe in seiner Gemeinde darstellt“, sagt Ulrich Fried, Vorsitzender des hessischen Steuerzahlerbundes. Im Detail: Bei der Gewerbesteuer und bei der Grundsteuer A sind die Durchschnittswerte laut BdSt im Landkreis Kassel am höchsten. Der Durchschnittswert der Grundsteuer B rangiert auf Rang zwei.

Mit Bad Emstal, Grebenstein, Immenhausen, Liebenau und Trendelburg haben zudem im laufenden Jahr fünf Kommunen alle drei Realsteuerhebesätze erhöht. Das heißt, sowohl die Gewerbesteuern als auch die Grundsteuern A und B wurden heraufgesetzt.

„Wir haben keine andere Wahl“, sagt Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer. „Uns fehlen 1,8 Millionen Euro im Jahr, und diese Schulden müssen wir in den Griff bekommen.“ Zwar spare die Gemeinde auch an anderen Stellen, jedoch reiche das bei Weitem nicht aus.

„Die Gemeinden sind autark, was die Erhebung der Steuern betrifft“, sagt Landkreis-Pressesprecher Harald Kühlborn. „Wir als Kommunalaufsicht machen ihnen keine Vorschriften.“ Weise eine Gemeinde einen defizitären Haushalt auf, müsse der Landkreis aber darauf achten, dass sie alle Möglichkeiten der Einnahmengewinnung und Ausgabenverminderung nutzt. „Erhöht diese Gemeinde die Gewerbesteuern, hemmt sie widerum die Ansiedlung von Gewerbe. Das ist ein Teufelskreis“, so Kühlborn.

Die Auswertungen des BdSt gibt es unter www.steuerzahler-hessen.de. HINTERGRUND

Von Esther Husung

Quelle: HNA

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