Standortscheidung für Fritzlar sorgt für Eintrag ins Schwarzbuch

Eintrag ins Schwarzbuch: Steuerzahlerbund übt Kritik an Bundeswehr

Kampfhubschrauber Tiger

Schwalm-Eder. Der Bund der Steuerzahler übt scharfe Kritik an den Standortentscheidungen der Bundeswehr und hat dabei auch den Standort Fritzlar ins Visier genommen.

Der Flugplatz Fritzlar mit dem Kampfhubschrauber Tiger bleibt intakt, während das Kampfhubschrauberregiment am Standort im fränkischen Roth aufgelöst wird.

Aktualisiert um 12:02 Uhr

Dort seien aber bereits 35,5 Millionen Euro in die Infrastruktur für den Hubschrauber investiert worden. Das ergebe ein „skurriles Bild“, heißt es im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes. Hauptkritikpunkt sei, dass die Standortentscheidungen nicht in erster Linie unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten getroffen würden, erläuterte Clemens Knobloch vom Steuerzahlerbund Hessen im Gespräch mit der HNA. Vielmehr spielten regionale und politische Belange eine zu starke Rolle, bemängelt Knobloch. Sinnvoll sei das dann oft aber nicht: „Man würde ja auch in Bayern keinen Hafen bauen.“

Der Steuerzahlerbund befürworte grundsätzlich eine Zusammenlegung von Standorten und fordere auch nicht, die Entscheidungen rückgängig zu machen, sagte Knobloch: „Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen.“ Man kritisiere aber Auswüchse, wie beispielsweise, dass die Bundeswehr eigene Sonnencreme produziere.

Der Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert (CDU) wies die Vorwürfe zurück. Die Vorschläge seien zunächst von den Militärs gekommen und dann politisch bewertet worden. Basis seien militärische und sachliche Gesichtspunkte gewesen, so der Verteidigungspolitiker.

Zunächst habe man mit 80 Tiger-Hubschraubern für Roth und Fritzlar geplant. Durch die Einsparung von 40 Tigern sei ein Standort überflüssig geworden, investiert worden sei zuvor in beide. Fritzlar sei als „Hubschrauberdrehkreuz in der Mitte Deutschlands“ sehr gut geeignet.

Hintergrund

Nicht nur die Standortenscheidung zum Kampfhubschrauber Tiger erregt beim Steuerzahlerbund Missfallen. Unter anderem gibt es auch Kritik an der Entwicklung in Rotenburg (Fulda) und Frankenberg. In der Burgwaldkaserne Frankenberg gebe es einen Investitionsstau von fast 19 Millionen Euro. Dennoch bleibe der Standort bestehen. Bei der Alheimer-Kaserne in Rotenburg verhalte es sich umgekehrt. Dort seien in den vergangenen Jahren 24,4 Millionen Euro für Neubauten und Modernisierung investiert worden, nun solle der Standort aber bis 2017 geschlossen werden. Für die zivile Vermarktung des Geländes würden dann wieder Kosten anfallen

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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