Marlies Gonther leitete in der Partnerstadt Loriol einen Kurs in Schwälmer Stickerei

Stickerei als Kulturexport

Auf Marlies Gonther (Mitte): Sie war zu Gast in der Partnerstadt Loriol in Frankreich und hat dort einer Gruppe von Frauen Schwälmer Stickerei gelehrt. Ganz links Maryvonne Combe, Gastgeberin und Mitinitiatorin der Aktion. Foto: privat

Schwalm. Seit vielen Jahren ist Marlies Gonther zusammen mit ihrem Mann Mitglied im Partnerschaftsverein Schwalmstadt und hat auf ihren Besuchen in Frankreich enge Freundschaften geknüpft.

Eines Tages kam sie mit ihrer französischen Freundin Maryvonne Combe ins Gespräch über die Stickerei, die sie seit Jahrzehnten mit Begeisterung und Perfektion ausübt. Die Französin war begeistert von den Stickereien, die Marlies Gonther vorzuweisen hat: Ob Taufkleidchen, Kissen, Blusen oder Bilder - alles zeugt von großer Handwerkskunst, Geduld und Präzision. Immer konkreter wurde dann die Idee, auf einer Reise in die Partnergemeinde Loriol die Stickerei einem größeren Kreis von Interessierten nahe zu bringen.

Diesen Sommer war es dann so weit: Marivonne hatte aus ihrem Verein „L’Arbre aux savoirs“ (Der Baum des Wissens) acht Frauen für das Stickprojekt begeistern können. Von traditioneller Handwerkskunst begeistert, befassen sich die Mitglieder des Vereins das ganze Jahr über mit verschiedenen Stoffen und Stickereien. Die Frauen sind ständig auf der Suche nach neuen Techniken, die ihnen immer wieder neue Türen öffnen. Die Schwalm besitzt auf diesem Gebiet ein anerkanntes Erbe: die Schwälmer Stickerei.

Und so reiste Marlies Gonther nach Frankreich, vorbereitete Stickrahmen, auf Schwälmer Leinen „angestickte“ Stücke, Mustervorlagen und alles ansonsten Notwendige im Gepäck.

An drei Tagen konnte sie ihr pädagogisches Geschick in Sachen Sticken unter Beweis stellen: Kästchenhohlsaum, Fäden ziehen, Knötchen- und Kettstich - alles, was etwa fürs Schwälmer Herz und die berühmten Hohlsäume beherrscht werden muss, lehrte Gonther ihre aufmerksamen und interessierten „Schülerinnen“.

Gut unterstützt hat sie hierbei das in Französisch geschriebene Buch aus dem Ziegenhainer Heimatmuseum „Les broderies de Schwalm“ (Die Schwälmer Stickerei). Dieses ließ sie den an weiterer internationaler Stickerei interessierten Teilnehmerinnen fürs Weiterarbeiten gerne zurück.

„Ich hatte schon ein bisschen Angst, ob ich das schaffe, aber alles hat gut geklappt und die Sache hat mir einen Riesenspaß gemacht“, fasste die Reisende in Sachen Schwälmer Stickerei abschließend zusammen.

Es seien gleichermaßen gemütliche und fruchtbare Tage gewesen, an denen in Deutsch und Französisch über das Thema Sticken gesprochen wurde und es keimten dabei Ideen auf für so manch weiteres Projekt.

Quelle: HNA

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