Der Knüllgebirgsverein bietet erstmals eine Wander- und Naturführerausbildung an

Die Stille geschickt stören

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Mit Rucksack und Wanderstock: So ausgerüstet zieht es Mattias Hucke nach draußen.

Neukirchen/Homberg. Menschen, die die Stille in der Natur suchen, aber nicht nur leise sind, sondern Wissen weitergeben möchten, sind bei Matthias Hucke genau richtig aufgeboben.

Denn für die Ausbildung zum Wanderführer und Natur- und Landschaftsführer sucht der Hauptwanderwart des Knüllgebirgsverein ab sofort „wandernde Kommunikationstalente“.

Um mehr Menschen, vor allem jungen, Lust zum Wandern zu machen, bietet der Verein im Oktober zum ersten Mal diese Ausbildung an, die als Kompaktlehrgang stattfindet. „Das ist eine Ausbildung von Menschen aus der Region für Menschen aus der Region“, fasst es Hucke zusammen.

Die Teilnehmer machen einen Lehrgang und erwerben dabei zwei Zertifikate, das des zertifizierten Wanderführers und das des zertifizierten Natur- und Landschaftsführers (ZNL). „Außer Spaß am Wandern und an der Natur ist keine Vorbildung nötig“, so Hucke. Allerdings müsse man Mitglied in einem Wanderverein sein. Auch wird ein Erste-Hilfe-Kurs vorausgesetzt (60 Stunden).

Entstanden ist die Ausbildung durch eine Kooperation des Deutschen Wanderverbandes mit dem „Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz“ (BANU). Die Ausbildung des Wanderführers wurde um die Bereiche Kommunikation, Führungsdidaktik und Tourismus erweitert: „Der Führer muss Karten lesen und sich orientieren können, er muss Wetterkunde beherrschen, sich aber auch im Verkehrsrecht auskennen und die Wanderer über die Natur und Geschichte der Ortschaften informieren“, erläutert Hucke den Inhalt des Lehrgangs. Doch natürlich solle er die Mitwanderer nicht überfrachten, sondern sein Wissen geschickt einstreuen. „Die Wanderer wollen ja abschalten, sich aber nebenbei orientieren können.“

Der Lehrgang wird im Knüllgebirge, wahrscheinlich auf dem Eisenberg stattfinden: „Für mich ist wichtig, dass es eine Ausbildung direkt vor Ort ist, die Teilnehmer sparen also die Übernachtungskosten“, so Ausbildungskoordinator Hucke, der in Homberg lebt.

Mindestens 15 und höchstens 20 Teilnehmer sollten es sein. „Ich hoffe, wirklich, dass wir 15 Frauen und Männer zusammenbekommen. Bei weniger Interessenten würde sich der Aufwand nicht lohnen“, so Hucke. Die Ausbilder des Kompaktlehrgangs stehen schon so gut wie fest. Einer ist Dr. Wolfgang Fröhlich, Leiter des Wildparks Knüll. Angefragt ist Dr. Klaus Lambrecht, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde.

Hucke verbindet noch eine anderes Ziel mit dem Lehrgang: „Altersbedingt wird die Lücke bei uns immer größer werden und dem möchten wir entgegen wirken, bevor sie zu groß wird.“

• Infoabend zur Ausbildung heute (20.3.), 19 Uhr, Landhotel Combecher in Neukirchen, Anmeldeschluss ist der 31. Juli.

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

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