In der Schrecksbacher Kirche ist der Motor für das Läutewerk kaputt – Ein neuer Antrieb kostet 1600 Euro

Stille statt klarem Glockenklang

Stille statt Geläut: In der katholischen Filialkirche St. Bonifatius in Schrecksbach ist das Läutewerk verschlissen. Foto: Schittelkopp

Schrecksbach. In der St. Bonifatius Kirche Schrecksbach stehen die Glocken still. Denn der Motor für den Betrieb des über 100 Kilo schweren Klangkörpers ist verschlissen. Ein neuer Antrieb muss her. Der kostet 1600 Euro.

Pater Piotr Pasko OMI, der seit 2005 im Schwalm-Eder-Kreis tätig ist, hat die Baunataler Firma Kisselbach beauftragt, für Ersatz zu sorgen. Denn der alte Motor stammt noch aus den 1950er Jahren und macht seit Winter vergangenen Jahres immer wieder Probleme. Ein moderner Elektromotor mit Zeitschaltuhr für das Läutewerk soll angeschafft werden. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf 1600 Euro. Geld, das die Kirchenfiliale Schrecksbach erst noch aufbringen muss.

Kollekte durch die Reihen

Beim Pfarrfest vergangenen Samstag ging zunächst eine Kollekte durch die Reihen. Die kleine Gemeinde einigte sich dann, dass die gesamten Einnahmen des Pfarrfestes für den neuen Antrieb verwendet werden sollen. Aber das reicht noch nicht. „Wir haben uns folgende Regelung überlegt“, sagt Pfarrer Pasko. „Wenn wir die Hälfte der Summe, also 800 Euro, durch Spenden aus der Gemeinde zusammenbekommen, dann trägt die Kirchengemeinde St. Adalbert Neukirchen die restlichen Kosten.“

Einer, der unbedingt helfen will, ist Eduard Duschek. Das Verwaltungsratsmitglied von St. Adalbert hat schon angekündigt, von Tür zu Tür zu gehen und die Hand aufzuhalten. Er schätzt vor allem den Klang der Schrecksbacher Glocke. „Der Ton ist klar und einfach markant“, sagt Duschek. Schon mehrere Mitglieder anderer Ortschaften hätten nach der Herkunft des Klangkörpers gefragt.

Filialen vor dem Aus?

Dabei ist nicht alles eitel Sonnenschein unter dem Schrecksbacher Kreuz. Nach HNA-Informationen droht den Kirchenfilialen Oberaula und Schrecksbach auf kurz oder lang eine Zusammenführung in die größere Gemeinde Neukirchen. Dabei spielt Kostenersparnis eine große Rolle. Denn die beiden Kirchenfilialen beherbergen nur kleine Gemeinden. Dennoch kommen hohe Kosten für die Instandhaltung der Kirchengebäude sowie für das Personal auf.

Die Katholische Kirche leidet seit Jahren unter Mitgliederschwund. Nachwuchs fehlt sowohl auf den Kirchenbänken, als auch hinter den Altaren. In Schrecksbach fehlt es vor allem am lieben Geld.

HINTERGRUND

Von Matthias Hoffmann

Quelle: HNA

Kommentare