Ziegenhainer aus Überzeugung: Bernd Windhab sammelt alles zur Festungsstadt

Stöbern nach Schätzchen

Immer auf der Suche nach neuem Material: Bernd Windhab aus Ziegenhain ist begeisterter Karten- und Luftbildsammler. Foto: Rose

Ziegenhain. Bernd Windhab lebt gern und schon immer in Ziegenhain. Die Festungsstadt ist jedoch auch in der Wohnung des 48-Jährigen mehr als präsent. Windhab sammelt alles, was ihm über „sein Städtchen“ in die Finger fällt. Und es ist einiges, was insbesondere im Internet zum Thema Ziegenhain unter den Hammer kommt. Angefangen hat alles mit Luftbildaufnahmen, die Windhab bei der Schließung der Kreissparkassen-Filiale in der Hessenallee ergatterte.

„Ich finde es spannend zu sehen, wie sich die Stadt verändert. Das kann man an Luftaufnahmen gut erkennen“, sagt er.

Kaum hing die erste Aufnahme im Treppenhaus - mittlerweile findet sich dort kaum noch ein freies Fleckchen Tapete - war Windhab vom Sammelfieber infiziert.

Im Internet suchte er immer wieder nach Aufnahmen, Fotos und alten Postkarten. Ein historisches Foto kündet etwa von der Eröffnung des Ziegenhainer Bahnhofes 1907, einige antiquarische Bücher um 1900 nennt Windhab ebenfalls sein Eigen.

Unterwegs auf Flohmärkten

Auch Lebensgefährtin Bärbel Haner hat Spaß am Hobby. „Wir waren immer wieder auf Flohmärkten stöbern und haben einige Schätzchen gefunden“, erzählt sie. Doch nicht nur Windhab beobachtet die Versteigerungen im Netz: „Kürzlich ging mir doch tatsächlich ein Eierbecher von Ziegenhain durch die Lappen“, bedauert er.

Zweite Liebe 1. FC Köln

Die Liebe zur Stadt geht über die Sammelleidenschaft hinaus: Denn Windhab hat sich das Ziegenhainer Wappen mit dem Ziegenadler auf den Oberarm tätowieren lassen. Den anderen Oberarm ziert seine zweite Liebe, der Geißbock des 1. FC Köln. Bei jedem Gang durch den Flur wird Bernd Windhab außerdem von der Fahne der Kirmesburschen - 15 Jahre war er dort Kassierer - begleitet. Die hängt nämlich unter der Decke. An den Wänden reiht sich Rahmen an Rahmen.

Sortieren an Samstagen

„Bis das alles sortiert war, sind etliche Samstage drauf gegangen“, erzählt Bärbel Haner. Aber Ziegenhain, darin stecke eben ihr beider Herzblut. Freude bereitet den beiden immer, wenn sie Zeitzeugen sprechen. Die über die Bilder an Geschichte und Geschichten erinnert werden.

„Mich hat der Ziegenhainer Frisör Eduard Reuter darauf gebracht, Karten und Fotos zu sammeln“, sagt Windhab. Einfach abheften und archivieren will der 48-Jährige seine Sammlung nicht: „Ich umgebe mich gern mit den Dingen.“ Allerdings reichen bald die Kapazitäten der Wohnung nicht mehr aus. Woanders zu wohnen, das mag sich das Paar erst gar nicht vorstellen. „Ein Mal Ziegenhain, immer Ziegenhain.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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