Störche: Erste Flugversuche in Wabern

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Mit auffälligen Plakaten werden Autofahrer in und um Wabern zurzeit auf eine ungewöhnliche Gefahr aufmerksam gemacht

Wabern. Mit auffälligen Plakaten werden Autofahrer in und um Wabern zurzeit auf eine ungewöhnliche Gefahr aufmerksam gemacht: Sie warnen vor „tief fliegenden Störche“ und fordern auf „Runter vom Gas für die Störche“.

Grund für die Aktion sind die Jungstörche aus der Nistanlage auf dem Schornstein der Firma Mose. Sie wagen derzeit ihre ersten Flugversuche und setzen zwecks Nahrungssuche zum Tiefflug an. Dabei kann es vorkommen, dass einer der großen Vögel auf Augenhöhe mit Autos, Bussen und Lkw gerät.

Ein solcher Zusammenstoß endet für Meister Adebar fast immer tödlich und kann auch für Fahrzeuginsassen zur Gefahr werden. Um sowohl Mensch als auch Tier zu schützen, hat Ulrike Mose, die von vielen Wabernern auch liebevoll „Storchenmama“ genannt wird, in Eigeninitiative die Warnschilder angefertigt und am Straßenrand montiert.

Mose erklärt, wo sie die Gefahr sieht: „Viele Menschen glauben, der Storch könne in Gefahrensituationen einfach wegfliegen. Aber die großen Vögel heben nicht direkt vom Boden ab, sondern nehmen einige Schritte Anlauf.“ Bis sie die Höhe erreicht hätten, in der sie vor Fahrzeugen sicher sind, bräuchte es mehrere kräftige Flügelschläge und etwas Zeit, sagt sie weiter.

Ein Storch, der durch die Bäume am Straßenrand geschossen kommt, wird von Autofahrern vorher meist gar nicht gesehen. Die Schilder sollen auf diese möglichen Gefahren aufmerksam machen. Leider stößt Mose damit nicht immer auf Verständnis. Einer der Warnhinweise in der Forststraße wurde bereits von Unbekannten abmontiert.

Doch durch solche Vorkommnisse lässt sich die Tierschützerin nicht abhalten. Sie wird weiterhin alles versuchen, um die großen Vögel zu schützen. Denn durch den Menschen verursachte Gefahren lauerten überall, betont Mose. Abfälle wie Plastik und Gummi werden von den Störchen immer wieder als nahrhaftes Kleingetier verkannt und gefressen.

Im Magen richtet der Unrat dann verheerende Schäden an. Im schlimmsten Fall gehen die Tiere elendig zugrunde. Und das gilt nicht nur für den Storch. „Es wäre schön, wenn die Menschen öfter darüber nachdenken würden, was passieren kann, wenn sie ihren Müll einfach so in die Landschaft werfen“, sagt Mose.

Von Christl Eberlein

Quelle: HNA

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