Schneider-Azubis berichteten in Berge von Besuch in Partnerschule in Ghana

Stoffe und Erfahrungen

Sie erfuhren viel Interessantes voneinander: Elisabeth Schick, Laura Schneider, Maribel Chao Genth und Carina Tränkner mit den Schneiderinnen-Azubis in Ghana. Foto: Privat

Berge. „Akwaaba!“ Mit dieser Formel begrüßen sich die Menschen in Ghana/Westafrika, und mit diesem Wort begann auch kürzlich der Gemeindenachmittag in Homberg-Berge.

Während Frauen aus den vier Ortschaften des Kirchspiels Berge die Vorbereitungen für Kaffee und Kuchen trafen, sorgten vier Auszubildende des Maßschneiderhandwerks und ihre Lehrerinnen Ute Groß (Mardorf) und Dorothea Simpendörfer-Trieschmann für fremd anmutendes Ambiente in den Gemeinderäumen.

Chance zum Broterwerb

Sie berichteten von einer Reise der besonderen Art: Seit einigen Jahren besteht eine Schulpartnerschaft der Max-Eyth-Schule Alsfeld mit dem Margret-Buechners-Vocational Institute in Duayaw-Nkwanta. Hier wie dort werden Schneiderinnen ausgebildet. In Ghana ist das eine der wenigen Möglichkeiten für junge Frauen, einen Beruf und damit eine Existenzmöglichkeit aufzubauen.

„Eine befruchtende Partnerschaft“, so Rebekka Hofmann, Auszubildende aus Hünfeld im zweiten Lehrjahr. Während des Austauschs lernten die Auszubildenden traditionelle Kente-Webereien kennen, fertigten Adinkra-Drucke an, wurden von einem Batiklehrer in die Kunst der Wachsbatik eingewiesen, nähten und kochten gemeinsam mit ghanaischen Auszubildenden.

Erfahrungen und jede Menge Stoffe brachten Schüler und Lehrerinnen aus der Ferne mit. Aber auch andere Erfahrungen wurden gemacht: Müllberge mitten in Großstädten, riesige Kleidermärkte mit Kleidern europäischer Herkunft, die die Existenz der Schneiderinnen zunehmend bedrohen, das Kakao-Research-Institute, Begegnungen in kirchlichen Einrichtungen, in afrikanischem Gottesdienst und in allen Schulformen, selbst Institute, die Mikrokredite vergeben, standen auf dem Reiseprogramm.

„Das war eine Erfahrung wert“, erzählten Laura und Maribel. Und: „Wenn das Wasser zum Zähneputzen, zur Körperreinigung und dem Wäschewaschen in Eimern auf dem Kopf geholt werden muss und dazu Wasser und Strom zeitweise ausgeschaltet ist, überdenkt man automatisch die europäischen Gewohnheiten.“ Ältere Zuhörer stimmen dem zu und berichten aus früheren Zeiten, als es auch hierzulande anders aussah.

Elisabeth Schick merkte an: „Was ich gelernt habe ist, dass es wichtig ist, Traditionen zu pflegen, um die Kultur zu bewahren.“ Mit vielen Eindrücken verabschiedeten sich Besucher wie Auszubildende voneinander. (red)

Quelle: HNA

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