Stoffteile ergeben Ganzes

Ausstellung in Kreissparkasse: Fünf Frauen zeigen Patchworkarbeiten

Ziegenhain. Außergewöhnliche und farbenprächtige Handarbeiten schmücken bis Ende des Monats die Schalterhalle der Kreissparkasse in Ziegenhain: Cornelia Hohaus, Sabina Schaaf, Petra Keller, Kirsten Hammer und Lotti Gonther zeigen ihre Patchworkarbeiten.

Decken, Kissen, Dekorationsartikel, aber auch allerhand Praktisches haben die fünf Damen mit viel Geduld sowie Nadel und Faden angefertigt.

In mühevoller Kleinarbeit sind echte Unikate entstanden. „Manche sagen, das ist Lappenwerk. Aber wer genauer hinschaut sieht darin einzigartige Schmuckstücke“, sagt Sabina Schaaf. Die Rentnerin ist sich sicher: „Patchwork ist ein Virus. Wer ein Mal damit anfängt, kann nicht mehr aufhören.“ Das Prinzip klingt einfach: Aus vielen Einzelteilen wird ein Ganzes. „Am Ende sind es Kunstwerke“, sagt Direktor Dirk Siemon beim Gang durch die Ausstellung.

Kennen gelernt hatten sich die Frauen über einen Volkshochschulkurs. Mittlerweile treffen sie sich reihum regelmäßig zum gemeinsamen Handarbeiten. Während die einen – wie etwa Petra Keller Handnäherinnen sind, bevorzugt Sabine Schaaf die Nähmaschine. Die Technik selbst stamme von den Amish People, die einst aus dem Elsass vertrieben wurden, erläutert Schaaf. „Sie verwendeten alte Stoffe ihrer Kleidung und setzten die Teile wieder zusammen.“ Jede Form, als jede Anordnung der Achtecke, Quadrate oder Quader, habe einen Namen. „Jedes Muster erzählt eine Geschichte“, sagt die Ziegenhainerin.

780 Sechsecke für eine Decke

Bis aus den Stoffteilen ein Ganzes entsteht, ist Geduld nötig: „Jedes angesetzte Teil muss gebügelt werden“, erläutert Schaaf. Das Werk „Großmutters Blumengarten“ besteht aus 780 Sechsecken. Die entstandene Decke misst 2,30 mal 2,20 Meter. „Daran habe ich vier Monate gearbeitet“, sagt die Patchworkerin.

Zu sehen sind in der Ausstellung acht große Decken, Kissen, Läufer und jede Menge Kleinigkeiten wie Behältnisse, Taschen oder Dekorationsartikel, unter anderem pfiffige Hühner. Dabei ist jedes Teil ein Unikat. Sabina Schaaf sagt über ihr Hobby: „Ich freu mich immer auf die dunkle Jahreszeit. Dann kann ich endlich wieder loslegen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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