Geschichten, Märchen und Musik beim 100-jährigen Bestehen des Löwensprudel

Der Storch und der Brunnen

Bad Zwesten. Christine von Urff war, genau wie alle Helfer im Kurpark, zu ihrer Stadtführung gekleidet wie es vor 100 Jahren Mode war. Im langen Rock mit feiner Bluse und schickem Hut erklärte die Vorsitzende des Kur- und Verkehrsvereins an markanten Punkten die Bedeutung und Entwicklung der Badestadt, verbunden mit kleinen Anekdoten aus ihrem Leben.

Dazu gehörte auch die Geschichte, dass Kindern, die nach ihrer Herkunft fragten, erklärt wurde, sie seien vom Storch aus dem Brunnen, der jetzt 100 Jahre alt wurde, geholt und dann zu ihrem Geburtshaus gebracht worden. Die Wandelhalle im alten Kurpark, hier steht der Löwensprudel-Tempel, war Endpunkt der historischen Führung. Danach eröffneten Manfred Paul, Vorsitzender der Gemeindevertretung, und Bürgermeister Michael Köhler, der mit Frack mit Zylinder wie im Jahr 1914 gekleidet war, die Feier zum 100-jährigen Bestehen der Heilquelle.

Paul erinnerte daran, dass die Heilquelle, bei den Ur-Zwestener Bürgern einfach „Suerborn“ genannt, die Grundlage für den heutigen Kurbetrieb war, und dass man sich schon in den 20er und 30er-Jahren mit dem Thema „Gäste“ beschäftigte.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde dies ein Schwerpunkt der Entwicklung und so entstanden Heilquelle, Kurbetrieb und Kliniken. Dann wurde Zwesten zum Heilbad und schließlich erfolgte im Jahr 1992 das Prädikat Bad Zwesten.

Wiege des Tourismus

Bürgermeister Michael Köhler betonte, dass es sich bei dem anerkannten Heilwasser um ein Naturprodukt ohne jegliche Nebenwirkungen handelt und bei Magenleiden sowie Darm- und Gallenwegserkrankungen heilende Wirkung zeige. Köhler sagte, dass Bad Zwesten mit über 235 000 Übernachtungen pro Jahr an der Spitze des Schwalm-Eder-Kreises steht. Er bezeichnete die Heilquelle, den Löwensprudel, als Wiege des Tourismus für Bad Zwesten und wies gleichzeitig darauf hin, dass auf einem Areal von 2,5 Hektar sieben Quellen mit völlig unterschiedlichen Mineralisierungen zu Tage treten und somit einzigartig in Europa sei.

Die zahlreichen Besucher, darunter auch Vertreter der französischen Partnerstadt Chaumont en Vexin, erlebten ein buntes Programm. Mit dabei waren die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm (dargestellt von Carlo Ghiradelli und Stefan Becker). Musikalisch umrahmt wurde das Fest von Stefan Kiessling auf einer indischen Sitar und Michael Pfleger an einer keltischen Harfe.

Von Rainer Zirzow

Quelle: HNA

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