Leidensweg begann vor mehr als drei Monaten

Storch Merlin muss eine Prothese tragen

Beiseförth/Bockenem. Der Schwarzstorch Merlin hat eine Prothese. Damit endet zunächst der Leidensweg des Tieres, der vor über drei Monaten begann.

Leidensweg hat ein Ende: Regina Rochelmeyer von der Greifvogelauffangstation in Beiseförth mit Schwarzstorch Merlin, der sich so schwer am Bein verletzte, dass er nun eine Prothese tragen muss.

Damals hatte das Ehepaar Rochelmeyer aus Beiseförth einen jungen Schwarzstorch in ihrer Greifvogelauffangstation im Beisetal aufgenommen. Der Schwarzstorch, der auf der roten Liste steht, hatte sich am Bein so schwer verletzt, dass dem Jungtier in einer Erstversorgung das rechte Bein teilweise amputiert werden.

Rochelmeyer und die Tierärztin Dr. Carmen Hufnagel (Melsungen) versorgten die Wunde und bauten für Merlin eine Prothesenattrappe aus Lockenwicklern. Alf Reuter, Orthopädiemechaniker aus Hessisch Lichtenau, wurde auf den Fall aufmerksam und bot seine Hilfe an, um eine funktionale Prothese für Merlin zu entwickeln.

Foto: In Bockenem; Tierarzt Ralf Schweda mit Schwarzstorch Merlin - Schweda stellt das Foto zur Verfügung. Foto: ygb

Doch bis es soweit war musste Merlin nochmal auf den Operationstisch, diesmal in Bockenem-Hary bei Tierarzt Ralf Schweda. Da der Stumpf entzündet war, war eine erneute Amputation nötig. Nach Entfernung des Stumpfes wurde ein Stab in den Knochen transplantiert, der als Halterung für die Prothese dienen soll. Nach dem Eingriff traten Wundheilungsstörungen auf und Schweda musste zunächst warten wie sich die Wunde entwickelte. Mittlerweile geht es Merlin gut.

Gemeinsam mit Ralf Reuter tüftelte Schweda an einer dauerhaften Prothese für Merlin rum. „Unser Ziel ist, eine dauerhafte Prothese an Merlins Bein zu befestigen, die nicht mehr abnehmbar ist“, erklärte der Tierarzt. Das Problem: So etwas war noch nie bei einem Tier versucht worden. Vor allem weil beim Übergang von Knochen zur Prothese entstehen häufig Verletzungen und Infektionen.

Und so hat der Tierarzt ein neues Befestigungssystem ersonnen, das zwischen Prothese und dem Stumpf einen Abstand von einigen Millimetern hält. Somit berührt die Prothese den Oberschenkel nicht. Die Befestigung erfolgt zudem von der Seite. Doch zurzeit seien die Fixierung noch nicht völlig stabil, so dass die Prothese noch nicht fixiert werden konnte, fügt Schweda noch hinzu. Doch bis Jahresende sollten die Problem behoben sein, gibt sich Schweda optimistisch.

• Näheres: Greifvogelauffangstation in Beiseförth: www.greifvogelauffangstation-malsfeld.de

Quelle: HNA

Kommentare