Paar bezog im Sommer Nest im Glockenborn – Herkunft des Männchens jetzt geklärt

Der Storch ist ein Sachse

Sommerliebe: Das Storchenpärchen bezog in diesem Jahr das Nest im Glockenborn und sorgte damit für eine kleine Sensation in Wolfhagen. Foto: Reinhard/nh

Wolfhagen. Eins der Geheimnisse des Storchenpaares vom Glockenborn ist gelüftet: Stephan Schmidt vom städtischen Umweltmanagement erhielt jetzt von der Vogelwarte Helgoland die Nachricht, dass einer der Sommergäste, vermutlich das Männchen, Sachse ist. Er wurde an der Elbe in Leckwitz nördlich von Dresden geboren.

Die Weißstörche sorgten in diesem Jahr für eine kleine Sensation, weil sie das erste Paar waren, das sich im Glockenborn bei Bründersen ansiedelte und das eigens aufgestellte Nest bezog. Nachwuchs blieb in diesem Jahr noch aus. Sie zogen Anfang September gen Süden. Alle hoffen jedoch, dass die beiden im Frühling wiederkommen und brüten.

Dauergäste am Nest

Viele Interessierte waren in diesem Sommer zu Dauergästen am Nest geworden. Auch Stephan Schmidt, der sich um das Naturschutzgebiet kümmert, schaute regelmäßig bei den Störchen vorbei.

Er konnte schließlich mit dem Fernglas die Zahlen auf dem Ring entziffern, den einer der Störche trug. Diese Kombination gab er der Vogelwarte in Helgoland durch, die Beringungszentrale für Nordwestdeutschland ist und eine Datenbank der seltenen Vogelarten führt. Bisher wurden durch die Vogelwarte rund neun Millionen Vögel beringt.

In diesen Tagen kam die Antwort aus Helgoland. Der beringte Storch ist nicht wie vermutet ein Jungspund, er wurde bereits 2009 in Sachsen geboren. Das andere Tier trägt keinen Ring.

Sollte das Paar im Frühling nach Wolfhagen zurückkehren und Nachwuchs aufziehen, erhalten die Jungvögel ebenfalls Ringe. Schmidt hat schon entsprechende Kontakte zum Naturschutzbund aufgenommen, um rechtzeitig reagieren zu können.

„Auch in Wenigenhasungen würden wir gern ein Storchenpaar etablieren.“

Die Tiere werden beringt, solange sie noch nicht fliegen könnten. Dabei steigen Ornithologen zum Nest hinauf. Die Storcheneltern würden sich bei diesen Beringungsaktionen zwar lautstark beschweren, ihre Jungs verließen sie deshalb jedoch nicht. Weiteren Storchenbesuch hatten in diesem Jahr die Wenigenhasunger.

Winterruhe eingekehrt

In den dortigen Bruchwiesen gebe es eine Ausgleichsmaßnahme mit Teichen und Wiesen. „Auch in Wenigenhasungen würden wir gern ein Storchenpaar etablieren“, sagt Schmidt. Im Sommer konnte er dort einige Zeit einen einzelnen Storch auf der Durchreise beobachten und ebenfalls die Ringnummer entziffern. Dieser Storch stammt aus Thüringen. Derzeit ist im Glockenborn die Winterruhe eingekehrt. Von den größeren Gästen sind nur ein paar Silberreiher geblieben, die schon seit ein paar Jahren im Naturschutzgebiet überwintern.

Quelle: HNA

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