So viele Horste wie nie

Storch-Sensation im Schwalm-Eder-Kreis: Mehr als 50 Tiere auf Durchreise

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Einer von vielen: Derzeit sind mehr als 50 Störche im Schwalm-Eder-Kreis auf der Durchreise in den Süden

Schwalm-Eder. Der Landkreis entwickelt sich zu einem Eldorado für Störche: 17 Jungstörche aus sechs Horsten sind in diesem Jahr aus dem Raum Schwalmstadt, Wabern, Fritzlar und Malsfeld nach Afrika aufgebrochen. So viele wie noch nie, sagt Andrea Krüger-Wiegand von der Storchenstation in Wabern.

Ein anderes Naturereignis zieht derzeit außerdem Schaulustige und Fachleute in den Altkreis Melsungen. Mehr als 50 junge Weißstörche bereiten sich derzeit im Fuldatal auf ihren Flug in die afrikanischen Winterquartiere vor. Bei den Tieren handele es sich ausschließlich um einjährige Jungstörche, erklärt Krüger-Wiegand. Sie habe mit Manfred Gunia aus Wabern einige Ringe überprüfen lassen: Die Vögel stammen aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Vögel würden auf warme Aufwinde (Thermiken) warten.

„Die Tiere sollten schon längst in den Süden aufgebrochen sein.“ Die Schwälmer Störche seien beispielsweise schon vor Wochen losgeflogen. Üblicherweise folgten die älteren Störche Mitte August, wenige Wochen nach ihren Jungtieren.

So erfreulich es sei, dass sich die Störche im Landkreis niederließen, sagt Krüger-Wiegand, so wichtig sei es im nächsten Schritt die Lebensbedingungen für die Tiere in der Region zu verbessern. Denn für zu viele Störche reichte die Nahrung nicht.

Storch-Sensation im Schwalm-Eder-Kreis

Genau daran arbeite man, sagt Rainer Büchner, beim Regierungspräsidium Kassel (RP) zuständig für den Artenschutz. So würden beispielsweise Fließgewässer renaturiert und Uferrandstreifen aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen. Außerdem würden der Uferverbau entfernt, Flutmulden angelegt und Grabenanbindungen naturnah gestaltet. Mittelfristig werde so mit besseren Lebensbedingungen für Eisvogel und Storch gerechnet und ein Beitrag zum Hochwasserschutz geleistet.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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