Straße nach Neustadt wird kurz vor der Erneuerung noch einmal geflickt

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Für Motorräder gesperrt, für Autos nicht sicher: Die Straße von Wasenberg in Neustadt soll in diesem Sommer erneuert werden. Der Zustand der Strecke ist aber derart schlecht, dass sie kurz vor Beginn der Arbeiten noch einmal ausgebessert werden musste. 

Wasenberg. Für erhebliche Irritationen sorgt derzeit die Straße von Wasenberg und Neustadt - obwohl sie ab Juni runderneuert werden soll, wird sie in dieser Woche noch einmal geflickt.

Genau das addiert sich zum Unmut über den ähnlich schlechten Zustand des Teilstücks dieser Landesstraße zwischen Ransbach und Wasenberg. „Ich wüsste nicht, dass wir irgendwo einen Feldweg in diesem Zustand haben“, empört sich Bürgermeister Heinrich Vesper.

Die Offensive:

Dabei bläst Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir mit der „Sanierungsoffensive 2016-2022“ zum Angriff auf den schlechten Zustand der Landesstraßen. Rund 540 Projekte seien „anhand fachlicher, objektiver und transparenter Kriterien“ als besonders dringlich bewertet worden, heißt es vom Ministerium. Profitieren soll davon auch die Straße zwischen Neustadt und Wasenberg. Noch im Frühjahr hatte die Straßenverwaltungsbehörde Hessen Mobil die grundhafte Erneuerung auf 3,6 Kilometer Länge (Kosten 1,5 Mio. Euro) angekündigt.

Bürgermeister Vesper fühlt sich inzwischen „hintergangen“, ständig werde man vertröstet. Umleitung, Sperrung etc, alles sei mit dem Landkreis bereits im vergangenen Monat eingetütet gewesen, schildert der Rathauschef die Situation: Und nun solle es angeblich keine Baufirma dafür geben, habe man ihm signalisiert. Hessen Mobil bestätigte dazu gestern auf Anfrage, dass es durch formelle Dinge wie Ausschreibungen und Vergabe zu Verzögerungen komme. Der neue Termin: Los gehen soll es an diesem Teilstück der Landesstraße im August, so Pressesprecher Gerd Bohne.

Das Flickwerk:

Auf Unverständnis stoßen in Wasenberg die derzeitigen Flickarbeiten an der Straße Richtung Neustadt. „Wenige Wochen vor der Umsetzung, das ergibt doch keinen Sinn“, schimpft Vesper. Dazu nennt Bohne das Stichwort „Verkehrssicherungspflicht“: Durch die Straßenmeisterei Schwalmstadt gebe es regelmäßige Kontrollen, die Einschätzungen würden dokumentiert und festgehalten. Gegebenenfalls wird ausgebessert, oder, so Bohne, „ist die Strecke sehr schlecht, müsste sie gegebenenfalls gesperrt werden“.

Die Ransbacher Straße:

Dass sich die Beschaffenheit der Landesstraße Richtung Ransbach verbessern könnte, scheint nicht in Sicht. Zwar hatte Verkehrsminister Al Wazir im Zusammenhang mit seiner Sanierungsoffensive versichert, „wir haben also nicht nur geschaut: Wie kaputt ist eine Straße? Sondern auch: Wie viel Verkehr rollt darüber?“. Diese Ergebnisse eines externen Büros stellt man in Willingshausen ganz offensichtlich in Frage, denn dass die Ransbacher Straße in der Dringlichkeitsliste bis 2022 nicht auftaucht, sorgt im Rathaus für Kopfschütteln. Bauamtsleiter Peter Wahl: „Die marode Asphaltdecke und das Verkehrsaufkommen sind mit der Straße Richtung Neustadt vergleichbar.“

Quelle: HNA

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