Auf Straßen und Parkplätzen: Ärger über illegalen Müll

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Sie müssen hinterherräumen: Straßenreiniger entfernen den illegal entsorgten Müll.

Schwalm-Eder. Altreifen, Bauschutt, Elektrogeräte, aber auch normaler Hausmüll - die Palette an illegaler Abfallentsorgung an Straßen und Parkplätzen ist groß. Das ist auch im Schwalm-Eder-Kreis der Fall.

„Besonders betroffen ist der Parkplatz an der Bundesstraße zwischen Schwalmstadt und Neukirchen. Im Borkener Raum ist es weniger“, sagt Horst Sinemus vom Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil.

Ein Anstieg sei besonders an Wochenenden und in den Sommermonaten zu beobachten, sagt Sinemus. Abgenommen habe hingegen die Ansammlungen von Flaschen und Dosen in Straßengräben, sagt er. Der Grund dafür ist der Produktionsrückgang von Getränkedosen seit Einführung des Dosenpfands.

Eingesammelt wird der wilde Müll von Fremdfirmen, die vom Regierungspräsidium Kassel beauftragt werden. Einmal pro Jahr fahren sie die gesamten Strecken an Kreis-, Landes- und Bundesstraßen ab und sammeln den Unrat ein. An Parkplätzen, wo auch Müllbehälter geleert werden müssen, sind sie zweimal pro Woche anzutreffen. „Bei besonders schwerem Müllfund erfolgt die Entsorgung aber durch die Straßenmeistereien“, sagt der Hessen-Verband.

Wie hoch der Schaden ist, der dem Land jährlich durch illegale Abfallbeseitigung entsteht, lasse sich nur schwer feststellen. Horst Sinemus schätzt die Kosten auf etwa 70 000 Euro. Hessen Mobil erstattet zwar bei schweren Fällen Anzeige, wenn der Täter aber nicht auf frischer Tat ertappt wird, sei die Chance, diesen im Nachhinein ausfindig zu machen, gleich null, sagt der Mobil-Sprecher.

Bis zu fünf Jahre Haft

Illegale Abfallbeseitigung ist dann eine Straftat, wenn die Umwelt gefährdet wird, erklärt Polizeisprecher Markus Brettschneider. Je nach Schwere könne diese mit einer Freihheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe von 10 bis 10 000 Euro geahndet werden.

Von Daniel Göbel

Quelle: HNA

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