Straßenarbeiten an Dörnbergstraße Zierenberg

„Es ist hier wie bei einer Wüsten-Rallye“

Zierenberg. Ob Autos, Fenster oder Rosen – in der Dörnbergstraße in Zierenberg ist fast alles mit einer grau-weißen Staubschicht überzogen. Seit Ende Juni wird die Straße zwischen der Kreuzung Kasseler Straße und dem Ortsausgang in Richtung Ehrsten erneuert.

Der Verkehr rollt einseitig weiter über die nun geschotterte Landesstraße. Zum Leidwesen der Anwohner.

„Es ist hier wie bei einer Wüsten-Rallye“, sagt Jürgen Seelig, der in einem Haus an der Kreuzung wohnt. Bis November müssten sie die Situation wohl ertragen, vermutet der 64-Jährige. Auf seinem Auto hat sich wieder eine dicke Staubschicht gebildet.

Seine Kritik: „Wir hätten eine Geschwindigkeitsbegrenzung gebraucht“, sagt er. Die Leute rasten teilweise wie bei einem Autorennen in Monte Carlo. Im Vorfeld sei über eine Begrenzung nachgedacht worden, sagte Horst Sinemus, Pressesprecher von Hessen Mobil. Letztlich habe man dann aber keine Veranlassung gesehen. Aufgrund der Baustelle müssten laut Pressesprecher die Autofahrer sowieso ihre Geschwindigkeit reduzieren.

Eine 30er-Zone sei schon vor zwei Jahren beantragt, aber bisher von allen Beteiligten mit Bezug auf die hessischen Verordnungen abgelehnt worden, teilte Bürgermeister Stefan Denn mit. Das Hessische Verkehrsministerium, so der Bürgermeister weiter, gebe auch in Innerortslagen dem fließenden Verkehr Vorrang vor der Sicherheit.

Anrufe beim Bürgermeister

Die vorübergehende Lösung: tägliches Wässern der Straße. Das könnte laut Anwohner Seelig den aufgewirbelten Staub binden. Auch Nachbarin Hedwig Mikolske sieht das so. Genau wie Jürgen Seelig hat die 78-Jährige am Dienstag bei Bürgermeister Denn angerufen. „Auch andere Anwohner waren verärgert“, sagt sie. Einer habe sogar gedroht, die Straße mit den eigenen Autos vollzustellen und damit zu blockieren. Die Stadt reagierte: Gestern wässerte der städtische Mitarbeiter Frank Schmidt mit Trecker und Jauchewagen zweimal die Baustellenstraße mit jeweils 3000 Litern Wasser.

Das Bewässern habe zunächst die Stadt übernommen, um weitere Belastung der Anlieger zu vermeiden, teilte Bürgermeister Denn mit. Das sei auch im städtischen Interesse. Bei dem Wasser handele es sich um gereinigtes Brauchwasser. Wer die Kosten übernehme, sei unklar. Sie seien aber gering.

Quelle: HNA

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