Straßenmeisterei schneidet sechs Monate im Jahr das Gras auf Bankette und Böschung

Melsungen. Viele Autofahrer nervt er: Der große orangefarbene Rasenmäher. Mit Schrittgeschwindigkeit fährt Christian Boland über die Landstraße zwischen Helmshausen und Mosheim.

Im ruckelnden Fahrerhaus spielt leise Musik aus dem Radio. Bei über 30 Grad Außentemperatur, ist es innen angenehm kühl. Immer wieder sind leise Schläge zu hören, wenn Erde und Steinchen gegen die Scheiben geschleudert werden. Boland lässt sich davon nicht irritieren und schaut konzentriert abwechselnd auf die Böschung und die Straße.

Christian Boland arbeitet für die Melsunger Straßenmeisterei. Mit drei Kollegen teil er sich den einzigen Unimog der Meisterei. Von Mai bis Oktober mähen er und seine Kollegen die 600 Kilometer Randstreifen der Landstraßen. Ihr Arbeitstag beginnt um sieben Uhr. Wenn viel zu tun ist, bereits um fünf Uhr morgens.

"Man muss voll bei der Sache sein", sagt Boland während er geschickt den Unimog lenkt und dabei die beiden Mäher bedient. "Mit dem einen Mäher schneide ich das Gras der Bankette und mit dem anderen das Gras der Böschung", erklärt er. Früher arbeiteten zwei Mann auf dem Unimog, heute macht Boland den Job alleine. "Angefangen habe ich als Beifahrer. Meine Aufgabe war es, den zweiten Mäher zu bedienen." Der zweite Mäher hängt an einem Teleskoparm und schneidet das Gras auf der Böschung. Heute lenkt Boland mit der linken Hand den Unimog. Mit der rechten bedient er einen Joystick, der den Teleskoparm des zweiten Mähers steuert.

"Ich arbeite mich von einem Abschnitt zum nächsten", sagt er. Ein Abschnitt ist dabei selten länger als einen Kilometer. "Ich fange an einer Einmündung an und mähe bis zur nächsten." Bis zu fünf Mal müsse er ein Teilstück mähen. Das hänge vom Zustand der Böschung ab. "Das Gras kann einen Meter hoch sein und ich muss es auf einer Breite von fünf Metern zurückschneiden", erklärt Boland. Doch bevor er mit der Arbeit beginnt, muss der Straßenwärter sich absichern. "Ich stelle Warnschilder auf." Außerdem ist der Unimog mit großen Blitzlichtern und weiteren Warnschildern ausgerüstet.

Wenn mal etwas an seinem Rasenmäher kaputt geht, kann Boland es meist selbst reparieren: "Lagerbolzen oder Mähermesser kann ich ersetzen." Für alles andere muss er zurück in die Werkstatt fahren. "Das kostet mich einige Stunden bis ich mit der Arbeit weiter machen kann." Dann tuckert der große orangefarbene Rasenmäher aber wieder auf der Straße und sorgt für freie Randstreifen.

Ein Mann und seine Maschine: Christian Boland fährt mit Schrittgeschwindigkeit über die Landstraße. In den Mähern seines Unimog drehen sich Schlegelmesser, die das Gras abtrennen und zerkleinern.

Quelle: HNA

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