Himmlische Nacht der Tenöre: Musiker und Sänger boten hochkarätigen Abend

Streifzug durch die Oper

Sangen am Sonntagabend in der Kulturhalle: Die Tenöre Georgios Filadelfevs, Georgi Dinev und Ivaylo Yovchev (von links) gastierten mit ihrem Kammerorchester in der Schwalm und brachten große Kompositionen zu Gehör. Foto: Rose

Ziegenhain. Die „Himmlische Nacht der Tenöre“ entführte die Zuhörer am Sonntagabend in der Ziegenhainer Kulturhalle in das Mutterland der großen Opernkomponisten: Italien. Die drei Tenöre Georgios Filadelfefs, Georgi Dinev und Ivaylo Yovchev standen zusammen mit ihrem Kammerorchester auf der Bühne. Wenngleich das Publikum – ein übersichtlicher Kreis von etwa 50 Besuchern – zunächst etwas irritiert war. Als unglücklich darf man die Wahl des Veranstalters, eine Musikproduktionsfirma aus der Nähe von Köln, bezeichnen. Die karge Halle, fehlende Dekoration und das eingeschaltete Deckenlicht ließen wenig Stimmung aufkommen. Erst im zweiten Teil fand man den Schalter, um das Deckenlicht auszuschalten.

Nichtsdestotrotz erlebten die Zuhörer hochkarätige Musik: Die drei Tenöre renommierter Opernhäuser präsentierten eine eindrucksvolle Hommage an die herausragenden musikalischen Meisterwerke. Zu hören waren Werke von Verdi, Puccini, Chopin und Bach sowie geistliche Musik. Die Opernsolisten traten zusammen mit einem kleinen Streich-Ensemble und einem elektrophonen Tasteninstrument auf – die Akteure einte hohe Emotionalität im Zusammenspiel gepaart mit Virtuosität und harmonischen Klangstrukturen.

In dem zweistündigen Programm waren unter anderem Arien wie “E lucevan le stelle” und “Domanda al ciel” aus Tosca, Rigoletto und Don Carlos zuhören. Eingängig auch Schuberts „Serenata“ – enstanden 1826 bei einer Wanderung in der Nähe von Wien. Schubert fiel die Melodie bei einer Rast im Wirtshaus ein. Die Noten notierte er auf der Rückseite eines Speisezettels. Eindrucksvoll klang auch das Adagio g-Moll – eine 1958 von dem italienischen Musikwissenschaftler und Komponisten Remo Giazotto herausgegebene, angeblich auf Fragmenten Tomaso Albinonis basierende Komposition für Streicher und Orgel. Es gehört heute zu den populärsten Werken der Klassik.

Chopins „In mir klingt ein Lied“ intonierte Georgi Dinev mit Einfühlungsvermögen und Ausdrucksstärke. Für großen Applaus und stehende Ovationen sorgte „O wie so trügerisch sind Weiberherzen“ – die deutsche Übersetzung des italienischen Verses „La donna è mobile“ aus Rigoletto. Das Lied war nach der Opernpremiere ein Gassenhauer und wurde von den Gondoliere geträllert.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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