Zweckverband als Kläger und beklagte Firmen einigen sich auf Vergleich

Malsfeld: Streit um Brücke beendet

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Nichts erinnert mehr an den rutschenden Baugrund für die Fuldatalbrücke: Seit August 2005 rollt der Verkehr über das Bauwerk zwischen dem Sommerberg-Kreisel und der Autobahnanschlussstelle Ostheim.

Malsfeld. Mit einem Vergleich wurde vor dem Kasseler Landgericht ein Rechtsstreit beendet, der 200.000 Euro in die Kasse des Zweckverbandes Mittleres Fuldatal spült.

Der Zweckverband hatte geklagt, weil es beim Bau der Fuldabrücke zwischen dem Ostheimer Kreisel und der Autobahnanschlussstelle Ostheim zu Mehrkosten gekommen war: Kurz vor Ende des Baus im Jahr 2005 hatte sich gezeigt, dass der Baugrund wegen einer Gleitfuge im Berg instabil war.

Die hätte der Fachmann des vom Zweckverband vor dem Bau beauftragten Instituts erkennen können, meinte der vom Gericht bestellte Sachverständige. Der Gutachter der Beklagten kam zum gegenteiligen Ergebnis und sieht einen Mitgrund für den Riss darin, dass Erdaushub am Hang abgelagert wurde.

Die Beklagten, das sind laut Klaus Stiegel, Geschäftsführer des Zweckverbandes Mittleres Fuldatal: das Institut, das den Baugrund untersucht hat, die Baufirma und das Büro für die bauausführende Planung.

Zusätzliche Arbeiten

Die zusätzlichen Arbeiten, um die Gesteinsschichten miteinander zu verdübeln und ein weiteres Rutschen der fast fertigen Brücke zu verhindern, kosteten 2,4 Millionen Euro. Vom Land gab es einen Zuschuss von 1,6 Millionen Euro, weil dieses davon ausging, dass die Zusatzkosten ohnehin wegen des instabilen Untergrundes entstanden wären, erklärte Verbandsvorsitzender Herbert Vaupel.

Somit reduzierte sich der Schaden für den Zweckverband als Bauherr der Brücke auf 800 000 Euro.

Mitschuld

Das Gericht ging davon aus, dass der Zweckverband, der nach Abschluss des Beweissicherungsverfahrens geklagt hatte, eine 50-prozentige Mitverantwortung trage. Denn: Der Zweckverband hatte das Baugrund-Institut beauftragt. Somit ging es beim Vergleich nur noch um 400 000 Euro. Diese geteilt durch die zwei widerstreitenden Parteien ergab für den Zweckverband die ihm nun zustehenden 200 000 Euro.

Wäre der Vergleich nicht zustande gekommen, wären eine umfangreiche Beweisaufnahme und ein Obergutachten erforderlich gewesen, sagte Rechtsanwalt Albin Schicker nach Beendigung des Rechtsstreits.

Von Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

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