Streit um Ellenberger Friedhof: Fragen bleiben offen

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Ellenberger Friedhof: Ortsvorsteher Volker Bernhardt (SPD) hatte Unterschriften für die Umgestaltung des Geländes gesammelt.

Guxhagen. Wussten die Ellenberger, für was sie ihre Unterschrift auf eine Liste setzten? Dass einige dadurch indirekt das Abräumen eigener Gräber befürworteten? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich in Guxhagen ein Ausschuss von Gemeindevertretern.

Das Gremium soll prüfen, ob ein Widerspruch von Bürgermeister Edgar Slawik berechtigt ist. Der versucht, den Bau eines 14 000 Euro teuren Weges auf dem Friedhof zu verhindern. Doch bei der dritten Sitzung des Ausschusses zeigte sich: Fakten sind rar – und werden von Ausschussmitgliedern unterschiedlich interpretiert.

Eine zentrale Frage ist dabei, ob der Ellenberger Ortsbeirat von Anfang an voll informiert war oder womöglich Ortsvorsteher Volker Bernhardt (SPD) in Sachen Friedhof nicht alle Karten auf den Tisch gelegt hat. Um zu erfahren, ob eine Planskizze mit dem Verlauf des Weges vorlag, hatte der Akteneinsichtsausschuss Stellungnahmen der Mitglieder des Ortsbeirates angefordert.

Deren Aussagen gehen allerdings auseinander. „Diesen Widerspruch werden wir nicht auflösen können“, sagte Manfred Hollstein (Grüne). Auch Bürgermeister Edgar Slawik war offensichtlich in dieser Frage unsicher: Er könne sich nicht mehr erinnern. Später korrigierte Slawik sich, eine Planskizze habe nicht vorgelegen. Der Bürgermeister sieht die Schuld bei Ortsvorsteher Volker Bernhardt: Es sei nicht in Ordnung, wenn „die besonderen Vorstellungen eines Einzelnen in die Beschlusslage gedrängt werden“.

Volker Bernhardt (SPD)

Die SPD sah das anders: Jürgen Hildebrandt bezeichnete die Sache als „vollkommen aufgeklärt“. Man dürfe bei Ehrenamtlichen die Messlatte nicht so hoch hängen wie bei Politikprofis. Außerdem habe es bereits 2011 Presseberichte in der HNA und dem Gemeindeblatt gegeben, in denen die Pläne dargestellt wurden. Zudem sei der überwiegende Teil der Ellenberger, die unterschrieben haben, mit der Planung einverstanden.

Auch eine fehlende Unterschrift auf dem Protokoll der Ortsbeiratssitzung habe wenig Aussagekraft: Es gebe sehr viele Protokolle mit formalen Mängeln, sagte Reiner Kramm (SPD). Weitere Untersuchungen wird es nicht geben. „Die Fakten, die wir mit vertretbarem Aufwand bekommen können, sind da“, sagte Martin Graefe (CDU). Der Ausschuss will nun versuchen, eine Stellungnahme abzugeben. (gör)

Quelle: HNA

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