Streit um Reklame: Unternehmen wehrt sich gegen Kritik

Das Streitobjekt: Die Werbung an diesem Häuschen ist der Stadt und den Freien Wählern zu groß. Edwin Brähler von J.H. Tönnjes betont, dass alles genehmigt sei. Foto: Gehlen

Melsungen. Ein Streit um Werbeschilder an einem Verkaufshäuschen erregt die Gemüter in Melsungen: Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) hatte kritisiert, dass die Werbung in unmittelbarer Nähe des neuen Dienstleistungszentrums das Stadtbild störe. Die betroffene Firma fühlt sich nun zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Die FWG hatte gefordert, den Geltungsbereich der Ortsbausatzung der Stadt zu erweitern, um gegen die Werbung vorgehen zu können. Die Reklame sei im Verhältnis zur Größe des Bauwerks unangemessen. An dieser Kritik halte man auch weiter fest, bestätigt Martin Gille von der Freien Wählergemeinschaft (FWG).

„Wir haben alle Vorschriften eingehalten“, sagt dagegen Edwin Brähler von der Firma J.H. Tönnjes aus Delmenhorst. 200 Filialen hat das Unternehmen bundesweit, in denen - meist in der Nähe der Kfz-Meldestellen - Kennzeichen gepresst werden.

50 000 Euro investiert

Am Standort Melsungen investierte J.H. Tönnjes nach eigenen Angaben 50 000 Euro. Das Geld sei in die lokale Wirtschaft geflossen. Bauauflagen wie Grenzabstände, der Nachweis von Parkplätzen, der Einbau sanitärer Anlagen und ein Hochwasserschutz seien erfüllt worden.

Auf eine Baugenehmigung habe das Unternehmen lange warten müssen: „Das Verfahren hat zehneinhalb Monate gedauert“, sagt Brähler. Man habe aber alles genehmigt bekommen. Deshalb fühlt man sich nun zu Unrecht angegriffen. „Es ist uns ein Rätsel, warum die Freien Wähler sich so aufregen“, sagt Brähler. Zumal sich mittlerweile ein Konkurrent direkt vor dem Dienstleistungszentrum niedergelassen hat, der ebenfalls Kennzeichen presst. Dort steht bisher nur ein Container, die Werbung ist aber dezenter.

Auch die Stadtverwaltung befasse sich mit dem Thema - und zwar nicht erst seit dem Vorstoß der Freien Wähler, sagt Bauamtsleiter Martin Dohmann.

Die Stadt bezieht allerdings klare Position gegen die Reklameschilder: Eine solche Werbeanlage sei nicht vorgesehen gewesen, sagt Dohmann. Es gebe daher auch keine gültige Baugenehmigung. Im gestellten Antrag sei die Rede von einem Schild gewesen.

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Quelle: HNA

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