Auch im Winter geht der Zank ums Drei-Meter-Brett im Freibad Rengshausen weiter

Streit um den Sprungturm

Da liegt er: Der Sprungturm im Rengshäuser Schwimmbad entsprach nach Aussage der Gemeinde Knüllwald nicht der vorgeschriebenen Größe und Tiefe des Beckens. Sie ließ ihn Im vorigen Jahr deshalb abbauen. Völlig zu Unrecht, behaupten CDU und FDP. Auf dem Foto Erwin Wiegel, bei der Gemeinde zuständig für die Schwimmbäder in Rengshausen und Niederbeisheim. Foto:  Brandau

Rengshausen. Dieses Thema regt auch außerhalb der Freibadsaison viele Menschen in Knüllwald auf: der Sprungturm im Schwimmbad Rengshausen. Er wurde im vorigen Juli auf Beschluss des Gemeindevorstandes abgebaut. Seitdem liegt er als Art trauriges Mahnmal neben dem Becken - und bleibt vielleicht auch in der kommenden Saison dort liegen.

Denn die versicherungsrechtlichen Grundlagen für den Betrieb der Sprunganlage sind nicht mehr gegeben, seit ein Gutachten vor zwei Jahren darauf aufmerksam machte, dass der Turm technische Mängel aufweise und die Beckenmaße für eine solche Anlage nicht ausreichten. Der Gemeindevorstand ließ daraufhin aus Sicherheitsgründen den Turm niederlegen.

Kein Bestandsschutz

Daraufhin habe es viel Kritik gehagelt, sagt Erwin Wiegel, bei Gemeinde Knüllwald für die beiden Bäder in Rengshausen und Niederbeisheim zuständig. Dennoch habe es keine Alternative gegeben. Denn der Gemeindeversicherungsverband habe nach Feststellung der technischen Mängel nicht mehr für die 1973 errichtete Anlage haften wollen. Die Aussage, dass es doch eine Art Bestandsschutz für alte Bäder gebe, könne deshalb so nicht stehen bleiben.

Auch er bedauere es, dass der Turm abgebaut werden musste: „Die Anlage hat das Bad wirklich massiv aufgewertet.“ So hätten es Schulen und die DLRG in den vergangenen Jahrzehnten gerade wegen des Sprungturms für Schwimmprüfungen genutzt.

Auch Bürgermeister Jörg Müller dementiert das Gerücht, der Turm könne ohne weiteres wieder aufgestellt werden: Dagegen habe sich der TÜV klar ausgesprochen, indem er festgestellt habe, dass das Becken nicht die ausreichende Tiefe besitze. Schon gar nicht für ein Sprungbrett, bei dem die Springer mit Wippen und Federn für zusätzliche Sprunghöhe sorgen.

Parlament ist gefragt

Jetzt sei das Parlament gefragt. Es müsse demnächst entscheiden, ob neben dem bestehenden Ein-Meter-Brett wieder eine weitere Sprunggelegenheit geschaffen werden soll. Die sei nicht billig, bald aber genauso teuer wie der Rückbau des abgebauten Turmes auf eine niedrigere Höhe.

An der Entscheidung aber, dass Knüllwald trotz leerer Kassen gleich zwei Bäder betreibt, wird wohl nicht gerüttelt: „Bislang ist niemand auf die Idee gekommen, die beiden Einrichtungen in Frage zu stellen“, sagt Jörg Müller. Für ihn stellten die zwei Freibäder nach wie vor wichtige Elemente dar, um die Knüllwalder an ihren Heimatort zu binden, sagt er.

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Quelle: HNA

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