Gesundheitszentrum im Thermalbad schließt: Mitarbeiter ohne Job

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Verlässt das Gesundheitszentrum im Thermalbad in Sand: Geschäftsführer Michael Suchazka. Die Gemeinde hat ihm fristlos gekündigt, doch auch ohne Kündigung hätte er die Einrichtung zum Monatsende verlassen.

Bad Emstal. Die Aktiv & Gesund GmbH wird zum Monatsende das Thermalbad in Sand verlassen. Sieben Mitarbeiter werden ihre Jobs verlieren.

Die Gemeinde Bad Emstal und Michael Suchazka, Geschäftsführer der Gesellschaft, sind über die Nebenkosten des Gesundheitszentrums in Streit geraten. Beide Parteien kommunizieren nun über Anwälte.

Wie Suchazka sagt, sei der Pachtvertrag aus dem Jahr 2007 fristlos gekündigt worden, aber auch er hätte für Ende Mai gekündigt. Die Gemeinde begründete ihre Entscheidung mit ausstehenden Beträgen bei den Energiekosten. Für den Geschäftsführer des Gesundheitszentrums ist das nicht nachvollziehbar. Es sei eine Warmmiete vereinbart worden. Er zahle jährlich etwa 48.000 Euro. Doch die Gemeinde fordert mehr. Suchazka spricht von Außenständen in Höhe von 45.000 Euro, die sich in den vergangenen Jahren aus Sicht der Gemeinde aufsummiert hätten.

Das Geld will der Betreiber des Gesundheitszentrum nicht zahlen, da mit dem Pachtvertrag auch eine Sanierung der Immobilie versprochen worden sei. Diese sei nur teilweise erfolgt; das neue Blockheizkraftwerk sei für das Thermalbad zu gering ausgelegt. Im Winter seien die Räume kalt, im Sommer warm. Er habe keine Möglichkeit, die Heizung zu regeln. Im Trainingsbereich seien weder Dach und Wände gedämmt, noch Fenster erneuert worden. Die Lüftungsanlage im Bewegungsbad und im Therapiebereich sei defekt; das Gesundheitsamt habe sie wegen Schimmelgefahr bemängelt. „1,5 Millionen Euro wurden in dem Bad versenkt, die nichts gebracht haben“, entrüstet sich Michael Suchazka.

„Wir haben uns vertragskonform verhalten.“

Ralf Pfeiffer

Bürgermeister Ralf Pfeiffer bewertet den Zwist anders. Für ihn wurden die Nebenkosten „unpünktlich und nicht in ausreichender Höhe bezahlt“. Die Gemeinde habe ihr Versprechen eingelöst und die Therme saniert. Die Heizung sei von Öl auf Gas umgestellt worden, ein neues Blockheizkraftwerk versorge die Therme. Alle Fenster des Bades seien erneuert, das Dach der Therme isoliert worden. Die Wände hätten eine Thermohaut erhalten. Die Lüftung sei in Ordnung, „Herr Suchazka muss sie vielleicht mal sauber machen“, sagt Pfeiffer, und: „wir haben uns vertragskonform verhalten.“

Die Gemeinde habe eine Firma damit beauftragt, die Heizkostenabrechnung zu erstellen. Schließlich regele der Vertrag, dass im Anschluss an die Sanierung der Pächter den tatsächlichen Energieverbrauch zu zahlen habe. Dem sei Michael Suchazka nicht nachgekommen. Der Vertrag wäre im Sommer 2014 ohnehin ausgelaufen. Der Rathauschef versicherte gegenüber der HNA, dass es auch künftig Anwendungen und eine physiotherapeutische Abteilung im Thermalbad geben werde. Pfeiffer: „Es wird weitergehen.“

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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