59-Jähriger schlug Gastgeberin  Flasche auf den Kopf - Geldstrafe

Treysa. Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich am Donnerstag ein 59-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten. Dem Mann wurde zur Last gelegt, unter Alkoholeinfluss einer 50-jährigen Bekannten eine Flasche auf den Kopf geschlagen zu haben.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 1200 Euro. Zudem trägt er die Verfahrenskosten.

Die Tat ereignete sich Anfang Oktober vergangenen Jahres während einer Familienfeier in der Wohnung der 50-Jährigen und ihres Ehemannes im Altkreis Ziegenhain.

Der Angeklagte war zu Gast auf der Geburtstagsfeier des Ehemannes. An der Feier nahmen auch die drei Kinder des Paares sowie die Ex-Frau des Ehemannes und deren Lebensgefährte teil.

„Ich habe den Abend zwei Flaschen Bier und vielleicht fünf bis sechs kleine Liköre getrunken“, berichtete der 59-Jährige, der vor Gericht ohne anwaltlichen Beistand erschienen war und bis zuletzt seine Unschuld beteuerte. „Ich kann nur wiederholen, dass ich der Frau die Flasche nicht auf den Kopf geschlagen habe“, sagte er. Er sei von den beiden Söhnen der Familie zu Boden gestoßen worden. Dabei sei die fast leere Likörflasche an der Wand zerschellt.

Aufgrund einer Meinungsverschiedenheit hinsichtlich des Essens war es im Verlauf der Geburtstagsfeier zwischen den Gastgebern zu einem Streit gekommen. „Da habe ich mich mit meinem Mann gefetzt“, erzählte die Geschädigte. Sie habe selbst unter Alkoholeinfluss gestanden, mit einem Plastikaschenbecher um sich geschmissen und die Gäste rausschmeißen wollen, erklärte sie weiter.

Die Tat des Angeklagten bewertete die 50-Jährige als bewussten Angriff. „Ich wollte in die Küche, da kam er von hinten, und ich hab die Flasche auf den Kopf gekriegt“, sagte sie. „Ich nehme an, er hat den Schnaps nicht vertragen“, gab sie weiter an.

Durch den Schlag auf den Kopf trug die Geschädigte eine Beule davon. Sie verbrachte die Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus.

Die Aussagen der sechs weiteren Zeugen standen zum Teil im Widerspruch zu den Angaben des Angeklagten. Zum konkreten Tathergang äußerte sich außer der Geschädigten nur der 49-jährige Lebensgefährte der Ex-Frau des Ehemannes, der den Angriff des Angeklagten auf die Geschädigte bestätigte. Die anderen Zeugen hatten sich zur Tatzeit nicht im Haus aufgehalten oder nur das Geräusch der zerbrechenden Glasflasche wahrgenommen.

Aufgrund der Zeugenaussagen der Geschädigten und des 49-Jährigen befand das Gericht den Angeklagten der gefährlichen Körperverletzung in einem minder schweren Fall für schuldig. Die Tat des nicht vorbelasteten 59-Jährigen habe keine schwerwiegenden Folgen gehabt und sei in einer Streitatmosphäre vollzogen worden, so die Begründung.

Quelle: HNA

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