Angeklagter soll seine Ex-Verlobte gewürgt und geschubst haben – Verfahren eingestellt

Streit an Weihnachten artete aus

Treysa. Weil ein 42-jähriger Mann aus dem Altkreis Ziegenhain am zweiten Weihnachtstag des vergangenen Jahres seine Ex-Verlobte in ihrer Wohnung im Streit gegen eine Wand geschubst und gewürgt haben soll, musste er sich jetzt wegen Körperverletzung vor dem Treysaer Amtsgericht verantworten.

Nach der Vernehmung der 37-jährigen Ex-Verlobten wurde das Verfahren allerdings eingestellt. Der Grund: Dem Angeklagten hätte nur eine geringe Schuld nachgewiesen werden können. Laut Anklage kam es am zweiten Weihnachtsfeiertag abends in der Wohnung der Frau zum Streit wegen Geldes zwischen dem Angeklagten und der 37-Jährigen.

Der Angeklagte, der zurzeit noch eine Bewährungsstrafe verbüßt, gab an, dass er betrunken gewesen sei und Medikamente eingenommen hatte. Im Laufe des Streites habe er seine Ex-Verlobte geschubst, die daraufhin zu Boden gefallen sei.

„Gewürgt habe ich sie aber nicht“, sagte der Mann, der derzeit eine Umschulung zum Pferdewirt macht.

Dagegen sprach aber das ärztliche Attest der Geschädigten. So wurden Kratzwunden und Würgemale am Hals festgestellt. Außerdem hatte die Frau aus dem Altkreis Ziegenhain Hämatome und Prellungen.

„Er hat sich entschuldigt“

Doch auch seine Ex-Verlobte konnte sich nicht mehr genau an den Vorfall erinnern und wollte die ganze Sache nun abschließen. Zumal sie inzwischen wieder ein relativ normales Verhältnis zu dem Angeklagten habe. „Er hat sich bei mir entschuldigt“, berichtete sie dem Richter.

Ob er sie geschubst habe, oder sie zusammengestoßen seien, könne sie nicht mehr sagen. Sie sei gegen die Wand gefallen und in Panik geraten und habe anschließend dem Angeklagten das Geld gegeben und ihn mithilfe ihres Sohnes und dessen Bekannten zur Haustür gebracht.

Wo die Würgemale herkamen, konnte sie auch nicht mehr beantworten.

Schließlich stellte Richter Michael Grebe das Verfahren wegen zu geringer Schuld des Angeklagten auf Vorschlag der Staatsanwaltschaft ein.

Von Michael Schorn

Quelle: HNA

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