Melsunger aus Leidenschaft - Er starb mit 87

Ein streitbarer Geist: Otto Wiegand ist tot

Sammelte Schätze aus der Heimat: Otto Wiegand mit einem Exemplar der Schallplatte „Urlaubserinnerungen an Melsungen im Fuldatal“. Foto:  Archiv

Melsungen. Es gibt Menschen, die bewegen etwas in ihrem Ort und Umfeld. Und es gibt Menschen, die über Jahrzehnte hinweg Dinge anstoßen, initiieren und auf den Weg bringen. Zu ihnen gehörte Otto Wiegand.

Der Melsunger prägte das Leben in der Bartenwetzerstadt wie kaum ein anderer. Jetzt verstarb er im Alter von 87 Jahren.

Der gebürtige Ostheimer setzte sich über Jahrzehnte hinweg unermüdlich für seine Stadt Melsungen ein. Er war in allem, was er tat, ein Garant für Kontinuität: So gehörte Otto Wiegand von 1949 bis 1998 dem Vorstand des Heimat und Verschönerungsvereins an, war 1995 Mitbegründer der Dr.-Bernhard-Braun-Stiftung, rief in den 50er-Jahren die Tradition der Heimatfeste ins Leben und organisierte die Veranstaltung über 30 Jahre hinweg.

Otto Wiegand war es auch, der 1986 das Stadtmuseum an der Bartenwetzerbrücke gründete. In mühsamer Kleinstarbeit trug er ungezählte Exponate zusammen. „Das Museum war sein großes Steckenpferd“, sagt Heinrich Ostheim vom Heimat- und Verschönerungsverein, dessen Ehrenvorsitzender Otto Wiegand war.

Er stand auch als Geschäftsführer dem Melsunger Einzelhandelsverband vor und war zudem Träger der Ehrenplakette der Stadt Melsungen.

Treue bewies er auch im Beruf: Mehr als 50 Jahre war Wiegand für das Druck- und Verlagshaus Bernecker tätig. Er zeichnete als Prokurist verantwortlich und war Chefredakteur des ehemaligen Melsunger Tageblatts, der Zeitschrift des Bundesgrenzschutzes und des Hessischen Gebirgsboten, den er bis 2006 betreute.

Otto Wiegand hatte stets ein klares Ziel vor Augen: Melsungen attraktiv und lebendig zu halten. Dafür habe er sich hartnäckig und streitbar eingesetzt, sagt Ostheim: „Otto Wiegand war hartnäckig, durchsetzungsstark und zugleich diplomatisch: Mit ihm konnte man heftig diskutieren, aber danach auch gut in aller Freundschaft auseinander gehen“, sagt Heinrich Ostheim. Der hartnäckige Streiter für Melsungen verstarb vorigen Freitag.

Quelle: HNA

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