Erster „Eile-achtsam-Tag“ im Gemeindehaus in Homberg

Stress als Unfallursache

Auf Körperreise: Dabei konzentrierten sich auf ihren Atem (von links) Barbara Keller, Hannelore Otto, Tanja Klingler, Elvira Wettlaufer-Vollmer, Susanne Gersin und Bärbel Lauer-Spruck. Fotos: Nickoll

Homberg Drei Unfälle pro Tag passieren Mitarbeitern der evangelischen Kirche in Deutschland. Hochgerechnet auf das Jahr sind das 1000 Unfälle, die die Kirche zwei Millionen Euro kosten.

„Die Dunkelziffer liegt noch deutlich darüber“, sagte gestern Karl-Wilhelm Westmeier, Fachkraft für Arbeitssicherheit des Kirchenkreises Fritzlar und Homberg beim ersten Eile achtsam-Tag im Gemeindehaus der evangelischen Kirche in Homberg.

Ziel der Eile-achtsam-Kampagne ist es, die Zahl der Unfälle um zehn Prozent zu verringern. Eingeladen hatte die Evangelische Fachstelle für Arbeits- und Gesundheitsschutz (EFAS) auf Wunsch der Kirchengemeinde Homberg.

Unter der Bezeichnung Stolper-, Sturz- und Rutschunfälle hat die EFAS die häufigsten Unfälle zusammengefasst, die Kirchenmitarbeiterin passieren: Beim Treppensteigen, beim Weg in die Kirche, bei Schnee oder Regen rutscht jemand aus, fällt hin und verletzt sich.

„Oft überschätzen Mitarbeiter sich auch“, sagte Westmeier, zum Beispiel auf dem Fahrrad: „Bei uns gibt es ungefähr zwei solche Unfälle im Monat“, sagte Thomas Fischer, Sicherheitsingenieur der EFAS und Berater der Hannoverschen Landeskirche.

„Oft überschätzen Mitarbeiter sich auch.“

Karl-Wilhelm West- meier, Fachkraft für Arbeitssicherheit

Fischer hat die Erfahrung gemacht, dass viele Kirchenmitarbeiter mit dem Rad zur Arbeit kommen. Um die Reaktion auf dem Drahtesel zu testen, war ein Fahrradverkehrstrainer aufgebaut. Auf dem Bildschirm vor dem Übungsrad kamen immer wieder Autos oder Menschen ins Bild. Es galt, rechtzeitig zu bremsen.

Neben der Geschicklichkeit konnten die Teilnehmer auch Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Tai Chi kennenlernen.

Nur ein bisschen Stress

Barbara Keller, Sicherheitsbeauftragte einer Kindertagesstätte, hörte sich den Vortrag „Unachtsamkeit durch Stress“ von Stephan Heinzel, Referent für Gesundheitsmanagement, an. „Ein bisschen Stress tut mir gut, aber ein Riesenberg Arbeit nicht mehr“, sagte Keller.

„Was machen sie denn gegen Stress?“ fragte Heinzel, der Stressoren wie Krankheit, Über- oder Unterforderung und die Folgen von zu viel Stress vorstellte, die zwölf Teilnehmerinnen. „Mit dem Hund Gassi gehen“, „in den Wald laufen“ und „putzen und kochen“ lauteten einige Antworten. Erst müsse man die Stressquellen allerdings erkennen; das sei nämlich die größte Herausforderung, betonte Heinzel.

Von Nina Nickoll

Quelle: HNA

Kommentare