Schneeregion Schwarzenborn

Dieser Winter lässt nicht locker: Streuwagen festgefahren 

Winter und Schnee ohne Ende: Gestern hing der städtische Unimog auf der Richbergstraße am Knüllköpfchen fest, Landwirt Andreas Lux schleppte den Schneepflug mit schwerem Gerät frei. Foto: Meyer/privat

Schwarzenborn. Solch einen Winter hat auch die kältegeprüfte Region Schwarzenborn seit Jahr und Tag nicht erlebt. Am Mittwochmorgen hat sich sogar das städtische Räumfahrzeug in den Schneewehen unterhalb des Knüllköpfchens vollständig festgefahren.

Wie Anlieger Gerhard Meyer berichtete, war der Schneepflug gegen 8 Uhr auf der Richbergstraße nahe des Parkplatzes Knüllköpfchen stecken geblieben.

Trotz Allradantriebs vermochte der Fahrer den Unimog nicht aus den über Nacht angehäuften Massen an Schneeverwehungen zu manövrieren.

Landwirt Andreas Lux erreichte den Schneepflug mit seinem gewaltigen Schlepper auf Umwegen und zog ihn bergauf frei. „Ohne Mithilfe zweier Landwirte wäre in diesem Jahr schon öfters die Zufahrt zum Knüllköpfchen, Knüllcamp und Boglerhaus unmöglich gewesen“, schilderte Meyer, Bischof der Reformierten Episkopalkirche.

Bei aller Erfahrung mit harten Wintern haben auch die Schwarzenbörner die Nase nun langsam voll. 40 Tage lang war die Stadtrandloipe befahrbar, das gab es noch nie, sagte Horst Nierichlo (64), Erster Stadtrat.

Er richtet die Loipe mit seinem Motorschlitten seit 1996 her, solch eine Saison aber hat er nie annähernd erlebt, zum Schluss blieben die Langläufer aus - des Wintersports einfach überdrüssig.

Auch für den zugefrorenen Teich interessiere sich kaum jemand, sage Nierichlo. Als gebürtiger Hauptschwendaer kennt er von Kindesbeinen an grimmige Winter, der von 2012/13 sei aber wohl ohne Beispiel. Statt mit seiner Enkelin Eier zu suchen, startete Nierichlo mit ihr zu einer Spritztour auf dem Motorschlitten.

Dabei, so Gerhard Meyer, ist auf dem knapp 634 Meter hohen Knüllköpfchen so alle zehn bis 15 Jahre mit besonders harten Wintern zu rechnen. Ihm hat sich der Winter 1985 eingeprägt, als Bundeswehrsoldaten die Familie Meyer nach fünf Tagen des Eingeschneitseins befreiten, auch 1995 sei ein starker Winter gewesen.

Das Besondere diesmal ist, so beide Schwarzenbörner einhellig, der seit Wochen anhaltende Nordostwind. Der sorgt nicht nur dafür, dass die gefühlte Temperatur um vieles niedriger liegt als die gemessene. Vor allem wiederholen sich laufend die starken Schneeverwehungen unterhalb des Knüllköpfchens.

Regelmäßig wird bis spät in die Nacht und dann wieder ab em frühen Morgen geschoben, um die Verwehungen im Griff zu behalten. Und das scheine noch mindestens bis nächste Woche so weiter zu gehen.

Deshalb hat die Stadt nun für eine Einbahnstraßenregelung gesorgt. Ab Haus Windecke (Einfahrt zum Boglerhaus) geht es nur noch aufwärts Richtung Knüllköpfchen, abwärts müssen Kraftfahrer zunächst die Straße Richtung Großropperhausen befahren.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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