Streusalz ist schon jetzt Mangelware

+
Kein Salz, keine Schneeschieber: Im Profi-Baumarkt Schmitt in Ziegenhain informiert man die Kunden auf originelle Weise über den Mangel, wie René Schuchardt demonstriert.

Schwalm-Eder. Der Winter hat gerade erst begonnen, aber schon jetzt ist im Schwalm-Eder-Kreis das Streusalz für den privaten Bedarf knapp. Wir haben uns bei den örtlichen Händlern umgehört.

„Es gibt erhebliche Lieferschwierigkeiten“, berichtet Markus Marth, stellvertretender Leiter des Herkules-Baumarkts in Melsungen. Das Lager sei leer, und wann die nächste Ladung Auftausalz eintreffe, wisse er nicht. Schneeschieber und Schaufeln sind übrigens schon seit 14 Tagen ausverkauft.

Zwei Drittel der Kunden, die den Baufachmarkt Bauspezi in Spangenberg betreten, fragen nach Salz oder Schneeschiebern, schätzt Mitarbeiter Klaus Herwig. Ihnen allen gibt er dieselbe Antwort: „Es ist nichts da, und in den nächsten Tagen werden wir auch keine Lieferung bekommen.“ Sogar Vogelfutter sei inzwischen Mangelware.

„Schneeschieber gibt es schon seit zwei Wochen nicht mehr.“

„Schneeschieber gibt es schon seit zwei Wochen nicht mehr“, berichtet auch Dirk Weibler, Leiter des Hagebau-Marktes in Treysa. Und wer kein Räumgerät gekauft hat, wird so schnell auch keines bekommen: „Auch die Hersteller können nicht nachliefern. Das Kontingent, das normalerweise für den ganzen Winter gereicht hätte, ist ausverkauft“, sagt der Marktleiter. Entspannter sieht es in Sachen Streusalz aus, bis Ende des Jahres reichen die Vorräte noch. Doch das Nachbestellen sei schwierig: „Derzeit kriegen wir nichts mehr, frühestens Ende Februar“, erklärt Weibler.

Beim Profi-Baumarkt Schmitt in Ziegenhain klingelt täglich bis zu 50-mal das Telefon. „Die Kunden können nicht verstehen, warum wir kein Streusalz und keine Schneeschieber haben“, sagt René Schuchardt. Der leitende Angestellte steht vor leeren Regalen. „Wir warten noch auf Bestellungen aus dem September.“ Am Dienstag sei eine Lieferung mit 36 Schneeschiebern hereingekommen, doch zwei Tage später war alles ausverkauft. „Einer hat gleich sieben Stück mitgenommen“, sagt Schuchardt.

Hoffen auf eine Lieferung

Genaue Angaben über die nächsten Liefertermine kann der 24-Jährige nicht machen. Beim Streusalz müsste bald wieder eine Lieferung kommen. Vier Lastwagen-Ladungen waren schon da. Weil die Leute schon im September angefangen hätten, sich auf den Winter vorzubereiten, sei derzeit alles etwas knapp.

Das bestätigt auch Eva Schönenberg, Marktassistentin im Baumarkt Hellweg in Borken: „Streusalz geht in unserer Region zurzeit weg wie warme Semmeln“. Vor einer Woche kam die letzte Streusalzlieferung, nun warte man dringend auf Nachschub. Und wer noch einen Schneeschieber benötigt, hat ebenfalls Pech: „30 Stück wurden am Dienstag geliefert und waren sofort ausverkauft“, sagt Schönenberg.

Auch im Baumarkt in Fritzlar sind die Salzregale leer: Kunden, die nach Streusalz fragen, werden wieder weggeschickt. (fil/jkö/joc/dir)

Quelle: HNA

Kommentare