Ein Trinkwasser-Kraftwerk, eine weitere Stelle für das Schwimmbad und die Feuerwehr-Satzung waren Themen im Parlament

Strom kommt aus der Wasserleitung

Bekommt Kollegen: Schwimmmeister Jörg Pflanz. Foto: Archiv

Friedigerode. Eine weitere Stelle für den Betrieb des gemeindeeigenen Schwimmbades und die Sicherheit der Badegäste genehmigten die beiden Fraktionen im Oberaulaer Gemeindeparlament der Verwaltung.

Die Stelle soll zum 1. April besetzt werden. Die zusätzliche Kraft soll die Öffnung des Bades garantieren und verhindern, dass der einzige Bedienstete vor Überlastung krank wird. Holger Hehr von der SPD stimmte zähneknirschend zu und mutmaßte „Dissonanzen in der Personalführung.“

Nach seiner Einschätzung müsste auf Dauer eine Stelle in diesem Bereich ausreichen.

Weitere Beschlüsse:

• Zustimmung fand der Vorschlag der CDU-Fraktion, in die Verbindungsleitung zwischen dem Hochbehälter Olberode und dem Ortsnetz von Hausen ein Trinkwasserkraftwerk einzubauen. Der Vorstand soll jetzt zunächst die technische Machbarkeit und wirtschaftliche Erfolgsaussichten untersuchen.

Mit einem überdimensionalen Mühlrad soll dabei versucht werden, aus den anstehenden elf bar Druck und einem Höhenunterschied von 50 Metern Strom zu erzeugen.

Wenn die Kosten-Nutzen-Rechnung vorliegt, soll im Parlament wieder darüber gesprochen werden. Die Erfahrungen, die man mittlerweile mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach der neuen Bauhofhalle gemacht hat, stimmten auch die SPD geneigt.

• Noch einmal modifiziert wurde die Satzung für den Gemeindeverwaltungsverband „Südlicher Knüll.“

Fehlalarm kostet 550 Euro

• In Kraft gesetzt hat die Vertretung die neue Feuerwehrgebührensatzung, die Gemeindebrandinspektor Michael Becker auf die aktuelle Rechtsprechung umschneiderte. In den wenigen Fällen, in denen die Gemeindeverwaltung nach Einsätzen überhaupt eine Rechnung schickt, wird nun im Viertelstundentakt abgerechnet. Der Fehlalarm einer Brandmeldeanlage kostet beispielsweise 550 Euro.

• Beschlossen wurde der Beitritt zur Energiegenossenschaft Schwalm/Knüll, die seit Dezember besteht. Die Gemeinde Oberaula steigt mit einem Anteilschein von 100 Euro ein. Die Energiegenossenschaft beruht auf einer Initiative der Volks- und Raiffeisenbank Hessenland, zu deren Kernland die Gemeinde Oberaula aber nicht zählt.

Bürgermeister Klaus Wagner kündigte an, dass sich die Gemeindegremien mit der VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg, die auch den Aufbau einer Energiegenossenschaft beabsichtigt, an einen Tisch setzen werden, um sich ein neues Geschäftsfeld zu erschließen.

Toni Soller von der CDU und Marianne Hühn für die SPD sprachen sich dafür aus, dass die Gemeinde bei Photovoltaik und bei der Windenergie nichts unversucht lassen sollte, um vor Ort aus den regenerativen Energien eine Wertschöpfung für die Gemeindekasse oder Privatleute zu sichern. Einer Initiative des Energieversorgers Eon ist die Gemeinde schon beigetreten, um ihre Straßenbeleuchtung zu optimieren. „Wer mitverdient, dem tut der Schatten der Windsräder nicht mehr so weh“, meinte Hühn.

Von Kurt Hornickel

Quelle: HNA

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