Den Strom selbst erzeugen: Stromzukunft Wolfhagens war Thema

Viele interessierte Zuhörer: In die Wolfhager Stadthalle kamen viele Bürger, um sich über die Stromzukunft der Stadt zu informieren. Fotos: Neubauer

Wolfhagen. Die Wolfhager Bürger haben offensichtlich großes Interesse an der Energieversorgung ihrer Stadt. Viele waren am Montagabend zum Bürgerabend der Stadtwerke Wolfhagen in die Stadthalle gekommen. Dass die Stadt „Trendsetter" in Sachen Stromversorgung ist, sagte Moderator Peter Henning aus Kassel.

Wieder soll Wolfhagen Vorreiter in einem neuen Zeitalter der Energieversorgung sein. Markus Huntzinger, Projektleiter bei den Wolfhager Stadtwerken, und seine Mitarbeiterin Elisabeth Stark erklärten in ihrem Vortrag, wie der private Stromverbrauch an die Produktion angeglichen werden soll (wir berichteten). Das neue Schlagwort ist „Demand Side Management“. Auf Deutsch: Wir waschen die Wäsche, wenn die Sonne scheint.

Mit der Frage der Versorgungssicherheit beschäftigte sich Dr. Bernd Giese von der Universität in Bremen, Partner der Stadtwerke Wolfhagen, in seinem Referat. Er betonte, dass für die Energieversorger nicht nur eine Energiewende, sondern auch ein Umgang mit den Unsicherheiten nötig sei.

Zum Abschluss der Vortragsreihe gab Martin Rühl, Geschäftsführer der Stadtwerke, noch einen Überblick über die Energieversorgung in Wolfhagen. Fazit: Die Stadtwerke haben inzwischen einen zeitgleichen Eigenversorgungsgrad von 70 Prozent erreicht. Ziel seien jedoch 90 Prozent und dazu sei die Mitwirkung der Wolfhager Mitbürger erforderlich, so Martin Rühl.

„Können stolz sein“

In der anschließenden Fragerunde kam die Frage nach der Gefahr von Elektrosmog für Herzschrittmacher auf. Dr. Bernd Giese konnte die Besucher beruhigen, denn die angewandten Geräte würden keine Gefahr darstellen, sagte er. Aber man könne auch eine Kabelverlegung vornehmen.

Die Frage, warum bei dem Projekt nicht die Nachtspeicheröfen berücksichtigt worden seien, konnte Martin Rühl auch nicht erklären, dieses Gerät sei bei dem Projekt nicht vorgesehen gewesen.

Ein anderer Besucher wollte wissen, wie hoch die Kosten für das Optimierungsgerät für die Haushalte später sein könnten, die nicht an dem Projekt teilgenommen hätten. Darüber hatte sich Huntzinger noch keine Gedanken gemacht, da erst die Ergebnisse der Testphase abgewartet werden sollten, sagte er.

Peter Henning schloss den sehr informativen Abend mit den Worten: „Was im Kleinen in Wolfhagen passiert, ist zukunftsweisend, und darauf können Sie stolz sein.“

Von Ursula Neubauer

Quelle: HNA

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