Zwei Kabelfehler waren Auslöser

Stromausfall legte Teile von Fritzlar und Borken lahm

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Stromausfall in Fritzlar: Nur die Weihnachtsbeleuchtung ging am Samstag an einigen Stellen auf dem Marktplatz noch, ansonsten herrschte Dunkelheit. Das Foto machte HNA-Leser Manuel Mälzner.

Fritzlar/Borken. Ein dreistündiger Stromausfall hat am Samstagnachmittag in Fritzlar die Kernstadt und einige Stadtteile sowie Bereiche von Borken lahmgelegt. Gegen 20 Uhr waren nach fieberhaften Reparaturbemühungen alle Bewohner wieder am Netz. Ursache für den Blackout waren zwei durchgebrannte Kabel.

Es waren bemerkenswerte Szenen, die sich am Samstag beispielsweise in Fritzlar abspielten. Der Marktplatz: Fast vollständig dunkel, nur die Weihnachtsbeleuchtung funktionierte. Das Hotel Nägel: Voll besetzt, aber dunkel. Ebenso zwei Pizzerien in der Innenstadt. Lediglich einige Notlampen sowie die Notstromaggregate der Banken sprangen an, so berichtete es Anwohner Uwe Fuchs. Kurz nach 17 Uhr hatten nach dem Blackout neben der Fritzlarer Kernstadt auch die Stadtteile Rothhelmshausen und Ungedanken sowie die Borkener Stadtteile Kleinenglis und Kerstenhausen keinen Strom mehr.

Zuletzt aktualisiert um 11.09 Uhr. 

Die Facebook-Seite der HNA Schwalm-Eder wurde im Laufe des Nachmittags und Abends zur Drehscheibe für Informationen aus erster Hand. Manche Leser berichteten hier von einem Flackern ihrer Lampen, von defekten Ampeln oder von einem Totalausfall der Stromversorgung. HNA-Leser Manuel Mälzner sorgte derweil mit aktuellen Schnappschüssen vom Ort des Geschehens für einen Überblick. Die Stimmung auf Facebook reichte von Galgenhumor bis hin zu Gelassenheit.

Es war gegen 20 Uhr, als der Bereitschaftsdienst der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) die Stromversorgung schließlich vollständig wiederherstellen konnte. Schon davor waren einzelne Haushalte - teilweise unterbrochen von Flackern - nach und nach wieder ans Netz gegangen.

Die Fritzlarer Polizei hatte im Zusammenhang mit dem Stromausfall am Samstagabend keine Einsätze. Es sei sehr ruhig gewesen, sagte ein Polizeisprecher der HNA.

Zwei durchgebrannte Kabel in Kleinenglis und in Fritzlar seien jedenfalls der Auslöser für die Probleme gewesen. Bei 1000 Kilometern Mittelspannungsleitungen gebe es immer wieder einmal kleine Beschädigungen, die oft über Jahre hinweg entstünden, zum Beispiel durch kleine Steine, sagte ein EWF-Vertreter auf HNA-Anfrage. Diese Beschädigungen würden durch das elektrische Feld vergrößert, irgendwann könne dann ein Kabel durchbrennen.

Als genau dies am Samstag eintrat, ging bei der EWF-Zentrale in Korbach ein Alarm ein. Alle wichtigen Trafostationen seien im Ring geschaltet, hätten also zwei Einspeisemöglichkeiten. So wurde der Strom umgeleitet. Da das nur teilweise per Fernsteuerung funktioniere, habe es einige Zeit gedauert, erläuterte er. Mit Messgeräten wird nun die fehlerhafte Stelle im Kabel gesucht. (rpp/zzp/ode)

Fotos: Stromausfall in Fritzlar

Stromausfall in Fritzlar

Quelle: HNA

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