Stromnetze: SPD und CDU halten nichts von Versorgungswerk

Stromnetze: Habichtswald will eigenen Weg gehen

Wolfhager Land. Die Gemeinde Habichtswald geht ihren eigenen Weg. Nachdem die Fraktionsspitzen von SPD und CDU am Mittwochabend in einem Gespräch Einigkeit erzielten, dürfte es sicher sein, dass sich die Gemeinde nicht am Versorgungswerk anderer Landkreiskommunen mit Eon-Mitte beteiligen wird.

Entschieden wird das Ganze vom Parlament in seiner nächsten Sitzung am 31. August.

Einst waren 24 Landkreisgemeinden angetreten, um auszuloten, ob sie gemeinsam in ihrem Bereich die Stromnetze übernehmen, mit dem bisherigen Netzbetreiber Eon-Mitte ein Versorgungswerk gründen sollten. Bislang hatte Eon-Mitte auf Basis von Konzessionsverträgen, die zum Jahresende auslaufen, ein Wegerecht für die Leitungen und zahlte dafür Abgaben an die Städte und Gemeinden.

Man wolle den Weg in die Zukunft ohne die Eon gehen, sagte dazu Habichtswalds SPD-Chef Neidhard Heinemann. Man setze auf regenerative Energien, auf kleine und kleinste Stromerzeugungsanlagen. Eon stehe für Großkraftanlagen und auch Atomkraft und komme deshalb nicht mehr infrage.

Heinemann: „Wir glauben, wenn unser Partner nicht die gleiche Vision und Philosophie mit uns teilt, dann wird das nichts.“ Man werde - das entsprechende Parlamentsvotum vorausgesetzt - nach einem neuen Partner suchen, „der uns in unseren Vorstellungen unterstützt“, so Heinemann. Das könne eines der Stadtwerke sein.

Die CDU lehnt ein Versorgungswerk mit der Eon ebenfalls ab, hat aber ganz andere Gründe: Manuel Pinno, Habichtswald CDU-Chef, sagte, die Risiken seien nicht klar definiert, es gebe keine Zahlen, „man kann nicht nachvollziehen, was die Verbesserung ist“. Eine Konzessionsvergabe wie früher sei da noch besser: „Da gab es jedes Jahr einen festen Betrag, mit dem man planen konnte“.

Trotz unterschiedlicher Motive gelte laut Pinno für CDU und SPD: „Wir wollen einen gemeinsamen Weg finden für Habichtswald.“

Quelle: HNA

Kommentare