Kreistag will von Tennet Gründe für geplante Route erfahren

Landkreis fordert mehr Infos zur Stromtrasse

Schwalm-Eder. Sie ist ein Kernprojekt der Energiewende: Die 800 Kilometer lange Trasse Südlink soll künftig Windstrom von Nord- nach Süddeutschland bringen. Dass man die Energiewende will und dafür auch eine Trassenführung braucht, darüber war man sich am Montag im Kreistag einig. Allerdings sei genau diese Trassenplanung, die auch durch den Landkreis führen soll, inhaltlich nicht nachvollziehbar, kritisierte Mark Weinmeister (CDU).

Das sahen auch alle anderen Kreistagsmitglieder so. Sie fordern die Firma Tennet auf, Alternativen der großräumigen Trassenrouten für das Gesamtprojekt Südlink und ihre Bewertung sowie ihre Begründung für die Wahl des Korridors und die relevanten Unterlagen schriftlich offenzulegen. „Wir brauchen Informationen“, sagte Weinmeister.

Offiziell ist die Trassenführung nur ein Vorschlag, der mit den Bürgern diskutiert werden soll, doch regt sich unter anderem Widerstand in Fritzlar, Homberg, Borken und Niedenstein (wir berichteten). Und: Die Landkreise, durch die die Stromtrasse führen soll, haben sich zu einem Bündnis vereint, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker. „Wir wollen wissen, warum man sich nicht für eine andere Route entschieden hat.“ Überhaupt sei die Information von Tennet schlecht. Landkreis, Städte und Gemeinden hätten aus der Zeitung erfahren, woher die Trasse führen könnte.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende seien Transparenz und Bürgerbeteiligung, so Johannes Biskamp (Grüne). Dass die Kommunen in die Planungen nicht stärker eingebunden würden, sei ein Fehler, sagte Hans-Joachim Böhme-Gingold (Linke).

Vor Schwarz-Weiß-Malerei warnte Borkens Bürgermeister Bernd Heßler (SPD). Strom sei die Grundlage für Wohlstand und müsse transportiert werden. Es müsse aber nachvollziehbar sein, warum Tennet so plane. Zum Tage,

MEHR IM LOKALTEIL

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Kommentare