Bund der Vertriebenen: Marianne Wawrauschek richtete vor 30 Jahren Museum ein

Stuben sind zweite Heimat

Sind stolz auf ihre Sammlung: Marianne Wawrauschek, Hans Neumann, Peter Reinsch und Bodo Reetz richteten die Räume einst ein (von links). Foto: Rose

Neukirchen. Ein Museum für Heimatverbliebene und Heimatvertriebene einrichten – diese Idee setzte Marianne Wawrauschek aus Neukirchen vor genau 30 Jahren um. Mit anderen Heimatvertriebenen richtete die gebürtige Schlesierin die ostdeutsche Heimatstuben ein. Damals wie heute ist die 84-Jährige stolz auf das Kulturgut, das in mittlerweile zwei Räumen gezeigt wird.

Unterstützt wurde Wawrauschek bereits in den 1970er-Jahren von Rudolf Hübl aus Seigertshausen, der vieles aus der früheren Heimat aufgehoben und gesammelt hatte. „Er war ein Schönhengster Landsmann und der Motor für die Heimatstuben“, erzählte die 84-Jährige. Das wenige Kulturgut sollte damals nicht in der „Wegwerfgesellschaft“ verloren gehen.

Marianne Wawrauschek engagierte sich ab 1976 auch als Mitarbeiterin im Bund der Vertriebenen und suchte fortan Räumlichkeiten für die Heimatstuben. Nach der Absage vom Museum der Schwalm in Ziegenhain zeigte der damalige Neukirchener Bürgermeister Friedrich Wilhelm Bereitschaft. 1977 stellte er den Heimatvertriebenen zwei Räume in der alten Lateinschule zur Verfügung. Die Stuben einzurichten dauerte Jahre: Doch schnell wurde es für die vielen Ausstellungsstücke zu eng und man verteilte die Exponate über eine ganze Etage. Auch ein Archiv wurde eingerichtet. Die Stadt Neukirchen übernahm die Patenschaft. Eröffnung der Heimatstuben und des Heimatmuseums war dann im Juni 1984. Im Mai 1987 gründete sich der Verein „Heimatmuseum Neukirchen“.

Marianne Wawrauschek gehörte zu den Gründungsmitgliedern. Mit der Eröffnung der Stadtbücherei 1991 wurde auch die Sammlung des Kreisverbandes des Bundes der Vertriebenen – etwa 250 Werke – aufgenommen.

Fortan pflegte der Verein auch das schlesische Brauchtum: Von 1987 bis 2001 gestalteten die Mitglieder einen Wagen zum Festzug der Babiller Pfingstkirmes. „Sogar am Umzug der Hutzelkirmes nahmen wir teil“, erzählte Wawrauschek. Für die 84-Jährige ist der Verein wie eine zweite Heimat. „Meine erste trage ich nach wie vor im Herzen.“

Heute gehört die 84-Jährige zum Beirat für die Heimatstuben in Neukirchen. Jetzt bemüht sich Marianne Wawrauschek um Menschen, die sich auch in Zukunft ebenso sorgsam wie sie es tat, um die Stuben kümmern: „Und ich habe immer noch ein wachsames Auge.“ ARTIKEL UNTEN

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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