Studie: Arbeitnehmer leiden unter dem Druck der ständigen Verfügbarkeit

Schwalm-Eder. Die Zahl der Menschen, die unter ihrer Arbeitsbelastung und psychischem Druck leiden, wächst im Schwalm-Eder-Kreis. Das bestätigt Dr. Manfred Schäfer, Ärztlicher Direktor der Hardtwaldklinik II, einer Fachklinik für Psychotherapie und Psychosomatik in Bad Zwesten.

In einer repräsentativen Studie des ARIS Umfrage-Instituts aus Hamburg gaben 88 Prozent der Befragten an, auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit für Kunden, Kollegen oder Vorgesetzte ansprechbar zu sein. Vor zwei Jahren gaben dies lediglich 73 Prozent der Befragten an.

Die ununterbrochene Verfügbarkeit per Handy und E-Mail weicht die Grenzen zwischen Job und Privatleben immer weiter auf, heißt es in der Studie. „Die Folgen dieser und anderer Entwicklungen sehen wir bei uns in der Klinik“, sagt Schäfer. Mehr als 2500 Patienten werden in Bad Zwesten jährlich behandelt.

Eine ständige Alarmbereitschaft könne zu Schlafstörungen führen. Dies sei ein erstes Symptom einer Überforderung. Wegen des Gefühls, ständig leistungsbereit zu sein, könne der Mensch im Feierabend nicht mehr richtig entspannen. Bluthochdruck, massive Verspannungen und eine Flucht in Alkohol, Tabletten oder andere Mittel könnten die Folge sein. Dies müsse nicht unbedingt an einem Mehr an messbaren Belastungen liegen, sagt der Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychiatrie.

Auch der größte Arbeitgeber im Landkreis, B. Braun, reagiert auf diese Entwicklung. „Wir sehen auch, dass möglicherweise zunehmend Freizeit verloren geht. Die Thematik ist aber schwer zu greifen“, sagt Jürgen Sauerwald, Personalchef.

Das Unternehmen hat dazu eine interne Studie initiiert, um herauszufinden, welche Effekte die zunehmende Verwendung von mobilen Endgeräten hat.

Mehr dazu in der Printausgabe vom Samstag.

Quelle: HNA

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