Fichten als Baumaterial

Ein Stück vom hohen Norden: Blockhaus entsteht in Wolfhagen

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Alles aus Holz: Die Fichten wachsen in Skandinavien in kalten Regionen und damit wesentlich langsamer als ihre deutschen Artgenossen. Dadurch hat das Holz eine höhere Dichte und ist schwerer.

Wolfhagen. Direkt an der Bundesstraße 450 entsteht in Wolfhagen ein außergewöhnliches Haus aus den Stämmen nordischer Fichten.

Der Ort ist gut gewählt. Direkt an der vielbefahrenen Bundesstraße 450 entsteht derzeit im Wolfhager Industriegebiet ein Haus, das man im hohen Norden, in Kanada erwartet, aber nicht in Nordhessen. Ganz aus Holz, ein Hingucker. Und genau das ist auch die Absicht von Wilfried Werner.

Der Maschinenbau-Ingenieur wechselt den Baustoff. Statt in Metall will er nun Ideen in Holz umsetzen. Vor gut vier Jahren hat er seine erfolgreiche Maschinenbau-Firma verkauft, die auch heute noch seinen Namen trägt.

Exzellente Handwerker: Die Arbeiter bereiten die Bauelemente passgenau vor, ehe sie Teil für Teil eingesetzt werden.

Etwa zur gleichen Zeit haben er und seine Frau Giesela sich in Schweden ein Blockhaus bauen lassen. Die Bauweise ist ausSkandinavien und Kanada bekannt, aber, sagt Wilfried Werner, „es kommt auf die Details an“. Üblicherweise baut man mit gefrästen Stämmen, erklärt der 65-Jährige. Die Stämme sind dadurch kleiner im Durchmesser und haben die gleiche Stärke. Werners Haus, das gewissermaßen der Prototyp ist für die Modelle, die er künftig europaweit schlüsselfertig vermarkten will, wurde mit Naturstämmen errichtet, die nicht durchgefräst, sondern „individuell hergestellt sind“.  

Und genau das gilt auch für das Wolfhager Musterhaus. Die nordischen Fichten, erklärt der Unternehmer, werden nach dem Fällen auf Länge geschnitten, entrindet und von Hand geglättet.

„Hier passt alles zusammen und sorgt für ein originelles Aussehen und für gemütliches Wohlbefinden.“

„Jeder Stamm hat bei uns mindesten einen Durchmesser von 30 Zentimetern“, sagt der Ingenieur, der sich zum Bau fähige Handwerker über Subunternehmen „zukaufen“ wird. Die Truppe, die in Wolfhagen die Stämme zum passgenauen Einbau vorbereitet und einsetzt, versteht jedenfalls ihr Handwerk. Penibel werden auch die zwei Zentimeter Luft zwischen den hölzernen Rollen eingehalten. Die Ritzen werden später mit speziell geknoteten Holzbändern isoliert.

„Das Gute dabei ist, es ist alles Natur, es ist durchgehend der gleiche Werkstoff und er verhält sich dann auch dementsprechend gleich.“ Blockhäuser, bei denen Balken auf Balken liegt, sind mitunter arg zugig, weil das Holz arbeitet. Nicht so im Wernerschen Holzhaus: „Hier passt alles zusammen und sorgt für ein originelles Aussehen und für gemütliches Wohlbefinden.“

Die Bauzeit für ein Werner-Massivholzhaus liege zwischen drei bis sechs Monaten, je nachdem, welche Sonderwünsche der künftige Hausherr hat. „Es gibt ein Standard-Modell, aber die Kunden können auch eigene Vorstellungen einbringen.“

Um das deutlich zu machen, sei das Wolfhager Musterhaus mit seiner Grundfläche von 100 Quadratmetern auch eine etwas aufwändigere Variante, „eine Kombination aus altbewährten Bauelementen und moderner Architektur“.

Von außen wird das Haus einmal mit einem farblosen Schutzmittel getränkt. Das Holz wird durch die UV-Strahlung zunehmend grauer. Das ist auch so gewollt: „Ich will Natur und keine lackierte Fassade. Ich will gesundes Wohnen.“

Quelle: HNA

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